Nach seiner Berlinale-Premiere und dem Kinostart im vergangenen Jahr kommt Ina Weisses Film über familiäre Verpflichtungen, soziale Gegensätze und eine ungewöhnliche Frauenfreundschaft ins Fernsehen.
Der deutsch-französische Spielfilm
«Zikaden» feiert am Mittwoch, 9. Dezember 2026, um 22.25 Uhr seine Erstausstrahlung bei 3sat. Das Drama von Regisseurin Ina Weisse, das im Februar 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin seine Weltpremiere feierte und am 19. Juni desselben Jahres in die deutschen Kinos kam, ist bereits ab Montag, 7. Dezember, um 10.00 Uhr im Streamingangebot verfügbar. Dort bleibt der Film bis zum 8. Januar 2027 abrufbar. In den Hauptrollen sind Nina Hoss, Saskia Rosendahl und Vincent Macaigne zu sehen.
Im Mittelpunkt steht Isabell, gespielt von Nina Hoss, deren bislang geordnetes Leben zunehmend aus den Fugen gerät. Ihre betagten Eltern können ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen, weshalb Isabell verzweifelt nach geeignetem Pflegepersonal sucht. Gleichzeitig pendelt sie zwischen Berlin und dem Wochenendhaus ihrer Eltern, das ihr Vater einst selbst im modernistischen Stil entworfen hat. Die wachsende Verantwortung für ihre Familie bringt Isabell an ihre Grenzen. Auch ihre Ehe mit Philipp, dargestellt von Vincent Macaigne, gerät zunehmend in eine Krise.
In dieser angespannten Situation begegnet Isabell der alleinerziehenden Mutter Anja, die von Saskia Rosendahl verkörpert wird. Anja versucht, sich und ihre Tochter Greta mit verschiedenen Jobs über Wasser zu halten. Die beiden Frauen stammen aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen und führen zunächst völlig verschiedene Leben. Dennoch entwickelt sich zwischen ihnen eine unerwartete Nähe. Als Anja und Greta immer stärker Teil von Isabells Alltag werden, beginnt diese, ihre bisherigen Lebensentscheidungen und Vorstellungen von Sicherheit zu hinterfragen. Thorsten Merten spielt Anjas übergriffigen Vorgesetzten in einem Bowlingzentrum. Weitere Rollen übernehmen unter anderem Christina Große, Alexander Hörbe und Bettina Lamprecht.
Für Ina Weisse ist «Zikaden» nach «Der Architekt» aus dem Jahr 2008 und «Das Vorspiel» von 2019 die dritte Spielfilmregiearbeit. Mit Nina Hoss hatte sie bereits bei «Das Vorspiel» zusammengearbeitet. Auch hinter der Kamera setzte die Filmemacherin auf vertraute Kräfte: Judith Kaufmann übernahm erneut die Bildgestaltung, während Hansjörg Weißbrich für den Schnitt verantwortlich zeichnete. Die Musik komponierte Annette Focks, die schon an Weisses Regiedebüt beteiligt gewesen war. Eine persönliche Besonderheit der Besetzung ist, dass Weisses Eltern Inge und Rolf Weisse auch im Film die Eltern der Hauptfigur Isabell verkörpern.
Nach seiner Weltpremiere bei der Berlinale wurde «Zikaden» auf weiteren Festivals präsentiert. Beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen erhielt Saskia Rosendahl eine Auszeichnung für ihre schauspielerische Leistung. Darüber hinaus wurde der Film für den Rheingold-Publikumspreis nominiert. Beim Preis der deutschen Filmkritik 2025 standen sowohl der Film als auch Hauptdarstellerin Nina Hoss auf der Nominierungsliste. Die Kritik hob insbesondere die zurückhaltende Erzählweise und die Bildgestaltung hervor, verwies allerdings auch auf erzählerische Leerstellen und nicht immer nachvollziehbare Entwicklungen.
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