Ein verschwundener Schwerverletzter, ausgebeutete Arbeitskräfte und ein Wettlauf gegen die Zeit: In „Drecksarbeit“ gerät Sarah Kohr erneut mitten in einen Fall, bei dem bloßes Ermitteln nicht reicht.
Am Montag, 12. Oktober, schickt das ZDF Lisa Maria Potthoff wieder als
«Sarah Kohr» ins Rennen. Der neue Film „Drecksarbeit“ ist bereits seit Samstag, 3. Oktober, im Streamingangebot des Senders verfügbar und führt die Ermittlerin diesmal in die Welt osteuropäischer Arbeitskräfte auf Hamburger Werften. Das Drehbuch stammt von Timo Berndt, Regie führte Mike Marzuk.
Der Fall beginnt mit einem Mann, der schwer verletzt durch den Hamburger Hafen flieht. Als Sarah Kohr helfen will, gerät auch sie ins Visier seiner Verfolger. Bei dem Verletzten handelt es sich um Levan Kostava (Sandro Togonidze), der gemeinsam mit seiner Schwester Natalia (Anano Makharadze) nach Deutschland gekommen ist. Beide gehören zu jenen Arbeitskräften, die unter fragwürdigen Bedingungen schwere Arbeiten auf den Werften verrichten. Levan verschwindet – und droht zu verbluten. Je tiefer Sarah in den Fall eintaucht, desto deutlicher wird ein System aus Abhängigkeit, Einschüchterung und Ausbeutung. Besonders beschäftigt hat Hauptdarstellerin Lisa Maria Potthoff dabei die Normalität, mit der solche Zustände offenbar akzeptiert werden. „Schockierend ist eigentlich immer die Selbstverständlichkeit, mit der das mehr oder minder sehenden Auges hingenommen wird“, sagt die Schauspielerin.
Zu den Gegenspielern gehört die Zeitarbeitsunternehmerin Mira Röver, gespielt von Pheline Roggan. Sie verteidigt ihr Geschäftsmodell selbstbewusst als rechtmäßig. Ihr Partner Marten Schulz (Stellan Torrn) geht deutlich brutaler vor. Für Sarah Kohr macht es allerdings kaum einen Unterschied, ob sich ihr Gegenüber hinter vermeintlich legalen Strukturen versteckt. „Ich glaube nicht, dass Sarah für sich Unterschiede macht – sie reagiert instinktiv auf Ungerechtigkeit und Verbrechen. Jeglicher Couleur“, erklärt Potthoff.
Damit bleibt „Drecksarbeit“ dem Stil der Reihe treu. «Sarah Kohr» ist längst kein klassischer Ermittlerkrimi, in dem nach einem Mord lediglich Täter und Motiv rekonstruiert werden. Potthoff selbst sieht die Filme vielmehr im Thriller-Genre. „Dafür braucht es viel Druck auf die Heldin Sarah Kohr, in Form von Gefahr um Leib und Leben oder Zeitdruck“, sagt sie. Gerade diese Arbeitsweise unterscheide die Reihe für sie von anderen Projekten.
In „Drecksarbeit“ wird dieser Zeitdruck besonders deutlich. Sarah weiß, dass Levan irgendwo schwer verletzt liegt und möglicherweise verblutet. Gleichzeitig verschwinden Zeugen und Natalia ist bereit, selbst Grenzen zu überschreiten, um ihren Bruder zu retten. „Das ist anders als bei einem klassischen Ermittlerkrimi, wo der Mord schon passiert ist und sich nur noch die Frage stellt: Who done it?“, erklärt Potthoff. „Wir haben meistens Fälle, in denen Sarah schnell sein muss, kampferprobt, mutig, um Schlimmeres zu verhindern. Das mag ich sehr.“
Entsprechend körperlich fällt auch der neue Film wieder aus. Viele Actionszenen übernimmt Potthoff selbst. Wo das Risiko zu groß wird, springt ihr Double Jona Laux ein. „Mein Double kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Verletzungsgefahr zu groß wird oder versicherungstechnische Gründe dagegen sprechen, dass ich einen Stunt selber mache“, so Potthoff. Nach zahlreichen Filmen mit Sarah Kohr habe sich ihr Blick auf solche Szenen allerdings verändert. Inzwischen frage sie genauer, „was wirklich interessant für den Film ist oder wo nur mein Ego zeigen will, was ich kann“. Das empfinde sie als „sehr befreiend“.
Neben der Action rückt „Drecksarbeit“ auch Sarahs persönliche Seite stärker in den Mittelpunkt. Ihre Mutter Heike, gespielt von Corinna Kirchhoff, gerät ebenfalls in Gefahr. Für Potthoff liegt gerade darin inzwischen ein interessanter Reiz der Figur. „Ich mag es auch immer wieder, wenn wir die zarte und verletzliche Seite von Sarah ergründen. Dass sie stark sein kann, wissen wir. Aber wo zeigt sich ihre zarte Seele?“ Gleichzeitig soll das gesellschaftliche Thema nicht nur als Kulisse für Verfolgungsjagden dienen. „Sozial relevante Themen sollten immer mit Respekt und nicht reißerisch behandelt werden“, sagt Potthoff. Dann seien solche Stoffe auch für einen Thriller besonders spannend.
Das ZDF kann dabei auf eine weiterhin sehr stabile Marke bauen. „Schatten“ erreichte im November 2025 insgesamt 5,90 Millionen Zuschauer und 24,1 Prozent Marktanteil. Ende Dezember kam „Großer Bruder“ auf 5,49 Millionen und 23,1 Prozent. Zuletzt sahen im April 2026 „Bis auf den Grund“ 5,47 Millionen Menschen, was starken 24,7 Prozent entsprach. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen lief es mit 10,1 Prozent überdurchschnittlich. Mit „Drecksarbeit“ setzt die Reihe nun erneut auf jene Mischung, die sie in den vergangenen Jahren geprägt hat: gesellschaftliches Thema, hoher Zeitdruck und eine Hauptfigur, die selten lange am Schreibtisch sitzt.
Am Montag, 12. Oktober, zeigt das ZDF den neuen «Sarah Kohr»-Film um 20.15 Uhr. Im Streaming steht er bereits ab dem 3. Oktober zur Verfügung.
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