Der Iran-Krieg, hohe Lebenshaltungskosten und Zweifel an der Durchführung der Wahlen prägen die neue «auslandsjournal»-Dokumentation kurz vor den US-Midterms.
Wenige Tage vor den amerikanischen Kongresswahlen blickt das ZDF ausführlich auf die politische Stimmung in den Vereinigten Staaten. In der Nacht zu Donnerstag, 29. Oktober, zeigt der Sender um 00.45 Uhr
«auslandsjournal – die doku» „Trumps Machtprobe – Amerika vor den Midterms“. Der Film von Elmar Theveßen, Claudia Bates und David Sauer ist bereits ab Dienstag, 27. Oktober, im Streamingangebot verfügbar.
Für die Dokumentation reisen die drei Washington-Korrespondenten durch die USA. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Donald Trumps Republikaner ihre Mehrheiten im Kongress verteidigen können. Die Ausgangslage hat sich für den Präsidenten zuletzt verschlechtert: Der seit Monaten andauernde Iran-Krieg und steigende Lebenshaltungskosten belasten seine Zustimmungswerte. Aktuelle Umfragen zeigen zugleich Vorteile für die Demokraten im Rennen um den Kongress.
Wie sich die Unzufriedenheit selbst in republikanischen Hochburgen bemerkbar macht, soll unter anderem ein Besuch in Fentress County im Bundesstaat Tennessee zeigen. Dort treffen die Reporter Rinderfarmer, die weiterhin zu Trump stehen, obwohl dessen Politik auch für sie wirtschaftliche Konsequenzen hat. Zudem beschäftigt sich der Film mit dem Einfluss früherer prominenter Trump-Unterstützer wie Tucker Carlson auf die MAGA-Bewegung.
Doch auch die Demokraten werden in «Trumps Machtprobe» nicht als geschlossener Block dargestellt. Der linke Parteiflügel versucht, den wirtschaftlichen Frust vieler Amerikaner mit sozialen Forderungen aufzugreifen. Gleichzeitig stellt sich innerhalb der Partei die Frage, ob Kandidaten weit links vom Establishment bei einer breiteren Wählerschaft erfolgreich sein können. Für die Demokraten geht es darum, zumindest eine der beiden Kammern des Kongresses zurückzugewinnen und damit Trumps Handlungsspielraum in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit erheblich einzuschränken.
Einen weiteren Schwerpunkt legt die Dokumentation auf die Bedingungen, unter denen die Midterms stattfinden. Das ZDF-Team trifft republikanische Wahlverantwortliche in Colorado, die sich gegen Eingriffe aus Washington wehren. In Texas begleitet es zudem einen Sheriff, der verhindern möchte, dass die Präsenz von ICE-Beamten Wähler einschüchtert. Dass die Auseinandersetzung um Wahlregeln keineswegs abstrakt ist, zeigte sich zuletzt auch vor dem Supreme Court: Das Gericht stoppte Änderungen der Trump-Regierung am Verfahren für Briefwahlunterlagen vor den Midterms.
Damit verbindet «Trumps Machtprobe» den eigentlichen Wahlkampf mit einer grundsätzlicheren Frage nach dem Zustand der amerikanischen Demokratie. Die Midterms am 3. November entscheiden nicht nur über die Mehrheitsverhältnisse im Kongress, sondern werden angesichts des Iran-Krieges, der wirtschaftlichen Lage und Trumps gesunkener Zustimmungswerte auch zu einem wichtigen Stimmungstest für seine zweite Präsidentschaft.
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