Von Neurostimulatoren über neue Operationsmethoden bis hin zu Qigong und Virtual Reality.
Rückenschmerzen gehören für einen großen Teil der Bevölkerung zum Alltag. Bandscheibenprobleme, Verspannungen, Ischiasbeschwerden oder ein Hexenschuss können die Lebensqualität erheblich einschränken und sorgen zugleich für hohe Behandlungskosten und zahlreiche Fehltage. Besonders schwierig ist die Therapie, weil sich bei mehr als 85 Prozent der Betroffenen keine eindeutige Ursache für die Beschwerden feststellen lässt. Genau mit diesen sogenannten unspezifischen Rückenschmerzen beschäftigt sich die neue
«plan b»-Dokumentation „Nie wieder Rücken!“.
Der Film von Judith Arnold wird am Sonntag, 20. September 2026, um 15.45 Uhr im ZDF ausgestrahlt und steht bereits ab dem 17. September im Streaming-Angebot bereit. Es handelt sich um die zweite Ausgabe der neuen «plan b»-Reihe „Was macht uns gesund?“, die verschiedene medizinische Ansätze zwischen technischer Innovation und bewährten Methoden vorstellt.
Eine vergleichsweise neue Behandlungsmöglichkeit setzt der Neurochirurg Dr. Torsten Eichenauer vom Medizinischen Versorgungszentrum Nienburg ein. Bei ausgewählten Patienten, bei denen andere Therapien nicht ausreichend helfen, implantiert er einen Neurostimulator in den unteren Rücken. Vergleichbar mit einem Herzschrittmacher sendet das Gerät kleine Stromimpulse aus. Dadurch soll ein tief liegender Rückenmuskel aktiviert werden, der wesentlich zur Stabilisierung der Wirbelsäule beiträgt. Eichenauer geht davon aus, dass die Technik künftig eine größere Rolle in der Behandlung von Rückenschmerzpatienten spielen wird.
Eine andere Geschichte führt die Dokumentation in die Niederlande. Die 14-jährige Rosa Haasjes leidet unter einer schweren Skoliose. Ärzte empfahlen eine Versteifung ihrer Wirbelsäule, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern. Ihre Familie sucht jedoch nach einer Alternative und reist dafür nach Deutschland. Am Wirbelsäulenzentrum in Düren behandelt Dr. Per Trobisch die Jugendliche mit einem neuartigen Operationsverfahren, dessen Ziel es ist, möglichst viel Beweglichkeit zu erhalten.
Trobisch versteht die Methode nicht grundsätzlich als Ersatz für die klassische Versteifungsoperation. Vielmehr soll sie die medizinischen Möglichkeiten erweitern und dadurch eine individuellere Behandlung ermöglichen. Für Rosa ist damit eine ganz konkrete Hoffnung verbunden: Sie möchte das Korsett, das derzeit ihren Alltag bestimmt, irgendwann nicht mehr tragen müssen und wieder ihrer Leidenschaft fürs Schwimmen nachgehen können.
„Nie wieder Rücken!“ beschäftigt sich jedoch nicht ausschließlich mit Operationen und Hightech-Medizin. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Prävention. Die Berliner Intensivkrankenpflegerin Katja Herzog besucht beispielsweise einen Qigong-Kurs auf Rügen. Ihr Arbeitgeber ermöglicht ihr dafür Bildungsurlaub. Die Übungen sollen nicht nur ihr selbst helfen: Anschließend möchte Herzog ihre Erfahrungen an die Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus weitergeben. Gerade in der Pflege ist ein belastbarer Rücken schließlich eine wichtige Voraussetzung für den Arbeitsalltag.
Dass Bewegung und Krafttraining eine zentrale Rolle spielen, unterstreicht auch Schmerz-Physiotherapeut Stefan Lindner vom Universitätsklinikum Würzburg. Gleichzeitig zeigt die Dokumentation, dass chronische Rückenschmerzen nicht ausschließlich als körperliches Problem betrachtet werden können. In Würzburg kommt deshalb die Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie, kurz IMST, zum Einsatz. Neben klassischen medizinischen und physiotherapeutischen Angeboten gehören dazu auch Aroma- und Maltherapie.
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