Die neue Dokumentation "Mein Weg ins Vergessen – Leben mit Frühdemenz" erzählt aus der Perspektive einer Alzheimer-Patientin, wie die Krankheit ihren Alltag und ihre Familie verändert.
Das ZDF widmet sich am Dienstag, 22. September 2026, um 22.15 Uhr in seiner
«37°»-Reihe dem Leben mit einer frühen Demenzerkrankung. Für „Mein Weg ins Vergessen – Leben mit Frühdemenz“ begleiten die Filmemacherinnen Marion Mück-Raab und Stefanie Neckermann die 58-jährige Britta. Die Dokumentation steht bereits ab 5.00 Uhr am Sendetag im Streaming-Angebot des ZDF bereit.
Vor zwei Jahren erhielt Britta die Diagnose Alzheimer. Zunächst waren die Ärzte von einem Burn-out ausgegangen und hatten die damalige Lehrerin zu einer Kur geschickt. Doch ihr Zustand verbesserte sich nicht. Erst eine Untersuchung des Gehirnwassers brachte Gewissheit. Für Britta bedeutete die Diagnose einen tiefen Einschnitt: Sie musste ihren Beruf aufgeben und verlor einen großen Teil ihrer bisherigen Selbstständigkeit.
Inzwischen kann sie weder allein einkaufen noch kochen. Auch spontane Fahrten mit ihrem kleinen Bus sind nicht mehr möglich, da sie nicht mehr selbst Auto fahren darf. Während ihr Ehemann Stefan arbeitet, verbringt Britta einen großen Teil des Tages allein zu Hause. Stefan hat seine Arbeitszeit bereits reduziert und versucht gemeinsam mit seiner Frau zu klären, wie ihre Betreuung künftig aussehen soll und ob ein Leben im gemeinsamen Zuhause in Eckernförde langfristig möglich bleibt. Britta fällt es allerdings schwer, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen.
Gleichzeitig versucht die 58-Jährige, sich nicht vollständig von ihrer Erkrankung bestimmen zu lassen. Sie hat ein Bilderbuch für ihre Enkelkinder geschrieben, illustriert und selbst verlegt. Darin erzählt sie von einer Schafsfamilie und der „Elfe Dementia“, die Gedanken in Feenstaub verwandelt. Mit Lesungen in Stadtbüchereien und Altenheimen möchte Britta über Alzheimer informieren und Berührungsängste abbauen. Für dieses Engagement wurde sie von der Hertie-Stiftung ausgezeichnet.
Doch die Dokumentation spart auch die zunehmenden Einschränkungen und Ängste nicht aus. Britta bemerkt selbst, dass sich ihr Zustand verschlechtert. Immer häufiger kann sie nicht mehr unterscheiden, ob sie etwas tatsächlich ausgesprochen oder lediglich gedacht hat. Besonders belastet sie das Wissen, dass ihre Erinnerungen an ihren Mann, ihre vier Kinder und ihre Freunde zunehmend verschwinden werden.
„Mein Weg ins Vergessen“ richtet den Blick dabei bewusst auf Frühdemenz. Nach Angaben des ZDF leben in Deutschland insgesamt rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz. Etwa 100.000 Betroffene zwischen 45 und 64 Jahren leiden an einer Frühdemenz. Gerade für diese vergleichsweise junge Gruppe fehlen häufig geeignete Betreuungsangebote, da bestehende Pflege- und Versorgungsstrukturen überwiegend auf ältere Menschen zugeschnitten sind. Mück-Raab und Neckermann erzählen die Geschichte vor allem aus Brittas Perspektive.
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