Der Konzern senkt seine organische Umsatzprognose, während niedrigere Kosten und eine veränderte Abschreibungsmethode das Ergebnis der ersten neun Monate verbessern.
Die ProSiebenSat.1 Media SE hatte die Veröffentlichung der Kennzahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2026 erst für den 12. November angekündigt, doch am Donnerstag veröffentlichte der Medienkonzern bereits erste Eckdaten. Der Umsatz sank um elf Prozent auf 2,244 Milliarden Euro, wobei auch Unternehmensverkäufe zu dem Rückgang beitrugen. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte betrug das Minus drei Prozent. Damit muss die ProSiebenSat.1-Gruppe ihre Umsatzprognose korrigieren: Statt eines leichten organischen Wachstums erwartet das Unternehmen inzwischen einen leichten Rückgang. Die übrigen Jahresziele bleiben bestehen.
In Unterföhring spricht man davon, dass man den Umsatzrückgang durch deutlich niedrigere Kosten mehr als kompensiert habe. In den ersten neun Monaten verbesserte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 39 auf 198 Millionen Euro. Das Medienunternehmen hebt dabei hervor, dass die Programmaufwendungen um 126 auf 588 Millionen Euro gesunken sind. Allerdings ist dies laut Mitteilung vor allem auf eine veränderte Abschreibungsmethode zurückzuführen – entsprechend lässt sich der Rückgang nicht einfach mit tatsächlichen Einsparungen beim Programm gleichsetzen. Dennoch verweist der Konzern auf seinen „konsequenten Fokus, Programminhalte plattformübergreifend effizient zu nutzen und zu verwerten“. Bei der ausführlichen Präsentation der Zahlen dürfte vor allem der Blick auf Joyn und die Werbeerlöse anderer Plattformen wie YouTube spannend werden. Trotz stetiger Erfolgsmeldungen dümpelte der Umsatz von Joyn und anderen digitalen Plattformen im zweiten Quartal 2026 bei 79 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das lediglich eine Verbesserung um zwei Millionen Euro.
Bob Rajan, Finanzvorstand (Interim Group CFO) der ProSiebenSat.1 Media SE: „Wir haben unsere Profitabilität deutlich gesteigert, den Verschuldungsgrad im Zielkorridor gehalten und sind auf Kurs, unseren Ausblick für das EBITDA-Wachstum 2026 zu erfüllen. Dies beweist, dass unsere Kostenmaßnahmen wirken. Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld herausfordernd und belastet unsere Umsatzentwicklung. Daher konzentrieren wir uns konsequent auf die Faktoren, die wir selbst steuern können. Mit einer nachhaltig schlanken Kostenbasis und konsequentem Cash-Management schaffen wir die Voraussetzungen für weiteres profitables Wachstum.“
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