Elke Sommer im Alter von 85 Jahren gestorben

Die gebürtige Berlinerin schaffte in den 1960er-Jahren den Sprung nach Hollywood und wurde durch zahlreiche internationale Filmproduktionen bekannt.

Die deutsche Schauspielerin Elke Sommer ist tot. Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Informationen aus ihrem engsten Freundeskreis berichtet, starb die Künstlerin bereits in der vergangenen Woche im Alter von 85 Jahren in ihrem Zuhause in Los Angeles. Als Todesursache wird Herzinsuffizienz nach längerer Bettlägerigkeit genannt. Erst drei Monate zuvor war ihr Ehemann Wolf Walther gestorben, mit dem sie seit 1993 verheiratet gewesen war. Sommer gehörte zu den wenigen deutschen Schauspielerinnen, denen in den 1960er-Jahren eine erfolgreiche Karriere in Hollywood gelang.

Geboren wurde sie am 5. November 1940 in Berlin als Elke Schletz. Ihre Kindheit verbrachte sie überwiegend im fränkischen Erlangen, nachdem ihre Familie während des Zweiten Weltkriegs nach Bayern gekommen war. Ursprünglich wollte Sommer Dolmetscherin werden und absolvierte während eines Aufenthalts in London eine Fremdsprachenausbildung. Ihre Filmkarriere begann eher zufällig: Während eines Italienurlaubs wurde sie 1958 in Viareggio zur Schönheitskönigin gewählt. Die dadurch entstandene Aufmerksamkeit führte zu ersten Filmangeboten. Bereits 1959 stand sie in «Das Totenschiff» an der Seite von Horst Buchholz vor der Kamera. Weitere deutsche Produktionen folgten, ehe ihr Anfang der 1960er-Jahre der internationale Durchbruch gelang.

Besonders erfolgreich war Sommer in Hollywood, wo sie mit zahlreichen bekannten Schauspielern und Regisseuren zusammenarbeitete. Für ihre Rolle in «Der Preis» erhielt sie 1964 einen Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin. Im selben Jahr war sie an der Seite von Peter Sellers in Blake Edwards' Komödie «Ein Schuß im Dunkeln» zu sehen, die zur berühmten Pink-Panther-Reihe gehört. Weitere Filmauftritte absolvierte sie unter anderem in «Unter Geiern», «Die Hölle von Macao», «Rollkommando» und «Ein Unbekannter rechnet ab». Ihr Erscheinungsbild machte sie zu einem der bekanntesten Sexsymbole der damaligen Zeit, doch Sommer versuchte während ihrer Laufbahn immer wieder, sich auch jenseits dieses Images als vielseitige Darstellerin zu etablieren.

Neben ihrer Kinokarriere war die Schauspielerin regelmäßig im Fernsehen präsent. Sie trat mehrfach in der «Dean Martin Show» auf und war 1978 auch in der «Muppet Show» zu Gast. Später übernahm sie Rollen in amerikanischen Serien wie «Love Boat», «Fantasy Island» und «Chefarzt Dr. Westphall». Seit den 1980er-Jahren konzentrierte sie sich zunehmend auf deutsche Fernsehproduktionen und Theaterauftritte. Zu ihren späteren Filmen gehören «Alles nur Tarnung», «Flashback – Mörderische Ferien» und Dani Levys «Das Leben ist zu lang» aus dem Jahr 2010.

Auch außerhalb der Schauspielerei war Sommer künstlerisch tätig. Sie veröffentlichte mehrere Schallplatten, sang unter anderem in verschiedenen Sprachen und widmete sich seit den 1960er-Jahren der Malerei. Unter dem Pseudonym E. Schwartz stellte sie ihre Werke international aus. Für ihre Leistungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, darunter mit zwei Bambis und dem Bayerischen Verdienstorden, den sie 2019 erhielt.
29.10.2026 09:32 Uhr Kurz-URL: qmde.de/177007
Fabian Riedner

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