Nach der Übernahme von Warner Bros. Discovery will der Medienkonzern Milliarden einsparen. Beschäftigte können das Unternehmen freiwillig verlassen.
Der neue Medienriese Skydance beginnt nur wenige Wochen nach der Übernahme von Warner Bros. Discovery mit dem angekündigten Personalumbau. Wie das US-Branchenmagazin „Variety“ berichtet, haben Vorstandschef David Ellison und Co-CEO Ynon Kreiz am Montag, den 26. Oktober 2026, ein internes Schreiben an die Beschäftigten verschickt. Darin kündigen sie ein Programm für freiwillige Abfindungen sowie eine unternehmensweite Rückkehr zur Fünf-Tage-Präsenz im Büro an. Die Maßnahmen erfolgen im Zuge der Integration von Paramount und Warner Bros. Discovery, deren Zusammenschluss im Rahmen einer 111 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme am 6. Oktober abgeschlossen wurde.
Das sogenannte Voluntary Buyout Program richtet sich an ausgewählte Mitarbeiter, die das Unternehmen gegen eine finanzielle Entschädigung verlassen können. Die Berechtigten sollen individuelle Angebote erhalten und innerhalb einer bestimmten Frist über deren Annahme entscheiden. Ellison und Kreiz erklären dazu: „Während wir unsere Teams zusammenführen, erkennen wir an, dass nicht jeder seine Zukunft hier sehen wird, und das respektieren wir. Um berechtigten Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, das Unternehmen auf eine für sie passende Weise zu verlassen, führen wir ein Programm für freiwillige Abfindungen ein.“ Konkrete Angaben zur Höhe der Zahlungen oder zur Zahl der betroffenen Beschäftigten wurden nicht gemacht.
Parallel dazu verschärft Skydance seine Anwesenheitsregeln. Künftig sollen sämtliche Beschäftigten an fünf Tagen pro Woche im Büro arbeiten. Die Einführung erfolgt schrittweise und abhängig vom jeweiligen Standort. Das Management begründet die Entscheidung mit den Vorteilen persönlicher Zusammenarbeit und einer gemeinsamen Unternehmenskultur. Allerdings dürfte die Regelung insbesondere für jene Mitarbeiter eine erhebliche Veränderung darstellen, die bislang regelmäßig von zu Hause arbeiten konnten. Die Kombination aus freiwilligen Abfindungen und strenger Präsenzpflicht könnte somit zusätzlich dazu beitragen, dass Beschäftigte das Unternehmen verlassen, ohne dass ihnen unmittelbar gekündigt werden muss. Ob dieser Effekt von der Konzernführung beabsichtigt ist, geht aus dem Schreiben nicht hervor.
Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit den ambitionierten Sparzielen des Konzerns. Skydance will innerhalb von drei Jahren jährliche Kosteneinsparungen von mehr als sechs Milliarden US-Dollar erzielen. Ein Teil davon soll durch Personalabbau erreicht werden, dessen Umfang bislang nicht beziffert wurde. Ein Bericht des Los Angeles County vom August hatte bereits vor dem möglichen Verlust von rund 4.500 Arbeitsplätzen in der Film- und Fernsehbranche allein im Großraum Los Angeles innerhalb von drei Jahren gewarnt. Dass betriebsbedingte Kündigungen folgen werden, hatte die Konzernführung bereits am Tag des Zusammenschlusses eingeräumt. Das neue Abfindungsprogramm dürfte deshalb nur der erste Schritt einer umfassenderen Neuordnung sein.
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