Wie aussagekräftig ist das Zwischenhoch von «Deutschland am Morgen»?

Am Dienstag und Donnerstag lag die Sendung prozentual klar über Senderschnitt bei den 14-49-Jährigen. Dienstags lagen die Kölner damit sogar knapp vor der Konkurrenz aus Unterföhring.

Mit «Deutschland am Morgen» startete am Montag, den 4. Mai 2026, das neue gemeinsame Nachrichtenmagazin bei RTL und ntv. Ab dann sollten die Zuschauerinnen und Zuschauer auf beiden Sendern von Montag bis Freitag jeweils von 6 bis 9 Uhr in den Tag begleitet werden. Neben finanziellen Synergien wird sich die Mediengruppe durch die inhaltliche Neujustierung vielleicht auch in paar Impulse erhofft haben, die die Morning-Strecke näher an Konkurrent Sat.1 heranbringen - doch wie sieht die Situation denn jetzt nach einem halben Jahr aus?

Bereits die Montagsausgabe am 19. Oktober sorgte für einen zumindest passablen Einstieg: Die 0,04 Millionen Frühaufsteher, die aus der Zielgruppe stammten, sorgten für einen immerhin zweistelligen Marktanteil von 10,7 Prozent. Dennoch lag man ein Stück hinter dem Bällchensender, der mit seinem «Frühstücksfernsehen» auf 0,06 Millionen und 15,8 Prozent bei den Jüngeren kam. Aber zurück nach Köln: Insgesamt belief sich das Interesse nur auf 0,16 Millionen Zuschauende und einen blassen Wert von 5,6 Prozent.

Im weiteren Verlauf konnte die News-Sendung das Startniveau am Dienstag etwas ausbauen: Bereits ein zaghafter Anstieg auf 0,05 Millionen genügte für einen spürbaren Boost auf plötzlich absolut gute 13,1 Prozent in der Zielgruppe. Derart zog man an jenem Morgen sogar an Sat.1 vorbei, wo etwas niedrigere 11,6 Prozent gemessen wurden. Die durchschnittliche Reichweite belief sich allerdings auf gleichwertige 0,05 Millionen - die unterschiedlichen Prozenthöhen kamen also vor allem durch unterschiedliche Sendelängen zustande. Am Gesamtmarkt ging es für die RTL-Schiene übrigens in die gegensätzliche Richtung: 0,14 Millionen zu 5,2 Prozent markierten eine abnehmende Tendenz im Vergleich zum Vortag.

Der Mittwoch brachte plötzlich einen Einbruch in die Einstelligkeit hervor: Obwohl sich der Zielgruppen-Umfang in Form 0,04 Millionen zumindest auf Montags-Niveau bewegte, reichte es nur noch für einen mäßigen Anteil von 9,7 Prozent. Ganz anders erging es dem Kontrahenten aus Unterföhring, der sich durch 0,08 Millionen auf starke 20,3 Prozent verbesserte. Mit Hinblick auf das Gesamtpublikum bediente RTL übrigens derweil wieder die gegenteilige Richtung: Hier waren mit 0,17 Millionen zu 6,0 Prozent ein paar Steigerungen drin. Ausgereicht haben sie wiederum nicht, um an Sat.1 heranzukommen, das wegen 0,33 Millionen und 11,8 Prozent übergeordnet deutlich in Front lag.

Am Donnerstag optimierten sich die Resonanzen mit Blick auf die 14-49-Jährigen wieder auf das Dienstags-Niveau: Eine Reichweite von 0,05 Millionen brachten die Prozente auf schöne 13,0 Prozent zurück - annähernde Konstanz (6,0 Prozent/0,15 Millionen) zeigte das Gesamtpublikum.

Ein Rückschlag in beiden Kategorien schließlich am Freitag: Die Dimensionen der Jüngeren sackten auf durchwachsene 8,3 Prozent weg, weil lediglich noch 0,03 Millionen von ihnen zuschalteten. Bezüglich der Gesamtzuschauenden ging es ebenfalls bergab auf ernüchternde 4,7 Prozent anhand 0,13 Millionen.

Trotz Schwankungen kann eine phasenweise durchaus erfolgreiche Woche für das RTL-News-Format «Deutschland am Morgen» konstatiert werden. Gerade am Dienstag und Donnerstag lag die Sendung prozentual klar über Senderschnitt bei den 14-49-Jährigen. Erfreulich darüber hinaus: Dienstags lagen die Kölner damit sogar knapp vor der Konkurrenz aus Unterföhring. Es ist jedoch anzumerken, dass sich die Reichweiten nicht nur in überschaubaren Korridoren bewegen, sondern vor diesem Hintergrund auch eine große Volatilität der Prozent-Verhältnisse ins Auge fällt - sie relativieren die jeweiligen Größenordungen ein Stück.

Zwar wurden tendenziell zweistellige Zielgruppen-Zahlen ein bisschen häufiger in den letzten Wochen. Übergeordnet liegt die RTL-Schiene trotzdem immer noch zu oft zu deutlich hinter Sat.1 - zweistellige Zahlen und Reichweiten gen 0,10 Millionen (Jüngere) wie über 0,20 Millionen (gesamt) würden hier Abhilfe schaffen. Ob diese Ambitionen in den nächsten Monaten tatsächlich verwirklicht werden, oder ob man sich in Köln mit pragmatischer Schadensbegrenzung zufrieden geben muss, bleibt zu beobachten.
24.10.2026 11:09 Uhr Kurz-URL: qmde.de/176879
Mario Thunert

super
schade


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Tags

• Deutschland am Morgen • Frühstücksfernsehen

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