Regisseurin Mar Coll interpretiert den spanischen Literaturklassiker von Leopoldo Alas aus einer weiblichen Perspektive neu. Die Dreharbeiten haben begonnen.
Netflix hat den Produktionsstart des spanischen Spielfilms
«La Regenta» bekannt gegeben. Die Neuverfilmung basiert auf dem gleichnamigen Roman von Leopoldo Alas, der unter dem Pseudonym Clarín veröffentlichte und dessen Werk zu den bedeutenden Klassikern der spanischen Literatur gehört. Für die Hauptrolle konnte der Streamingdienst Ester Expósito gewinnen, die durch die Netflix-Serie «Élite» internationale Bekanntheit erlangte. Regie führt Mar Coll, die zuletzt unter anderem mit «Salve Maria» auf sich aufmerksam machte. Gemeinsam mit Anna R. Costa und Diego Vega verfasste sie auch das Drehbuch. Die Produktion übernimmt María Zamora mit ihrer Firma Elastica Films, die damit erstmals für Netflix arbeitet.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ana Ozores, genannt La Regenta, die mit ihrem Ehemann Víctor Quintanar ein gesellschaftlich angesehenes, aber emotional unerfülltes Leben führt. Schauplatz ist die Stadt Vetusta, in der gesellschaftliche Konventionen und gegenseitige Kontrolle den Alltag bestimmen. Ana sucht nach einem tieferen Sinn in ihrem Leben und gerät dabei zunehmend in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zweier Männer. Aus ihrer persönlichen Unzufriedenheit entwickelt sich ein Konflikt zwischen Begehren, Glauben und gesellschaftlicher Macht. Während ihre Umgebung jede Entscheidung beobachtet und bewertet, versucht Ana, ihren eigenen Weg zu finden.
Neben Ester Expósito übernimmt Oriol Pla die Rolle des Geistlichen Fermín de Pas, während Vito Sanz als Anas Ehemann Víctor Quintanar zu sehen sein wird. Borja Luna verkörpert Álvaro Mesía, Clara Ingold spielt Petra und Carlos González übernimmt die Rolle des Frígilis. Weitere Rollen übernehmen Ana Torrent als Doña Paula, Itsaso Arana als Visitación und Gonzalo de Castro als Ripamilán. Mit dieser Besetzung setzt Netflix auf eine Mischung aus etablierten spanischen Schauspielern und jüngeren Darstellern.
Regisseurin Mar Coll erklärt zu ihrer Interpretation: „Claríns Roman ist so reichhaltig, dass man Dutzende verschiedener Adaptionen daraus machen könnte – so wie jene, die unserer vorausgegangen sind, oder jene, die noch folgen werden. Ich habe versucht, mich dem Stoff mit Demut und aus einer radikal persönlichen Perspektive zu nähern, wie ich es immer tue. Ich habe mir das zu eigen gemacht, was mich an dem Roman am meisten bewegt hat und was die Einsamkeit und den Liebeskummer dieser Regentenfrau erforscht, die unermüdlich danach strebt, ihrem Leben einen Sinn zu geben. Ein wirklicheres Leben. Eine strahlende Figur, die in einer Welt lebt, die nur darauf wartet, sich auf sie zu stürzen. Eine Frau, deren Sensibilität und beharrliche Suche für sich genommen bereits eine Form des Widerstands darstellen.“
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel