Neben fiktionalen Stoffen und Unterhaltungsshows spielt der Einsatz künstlicher Intelligenz eine wichtige Rolle.
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD, ORF und SRF wollen ihre Zusammenarbeit auch im kommenden Jahr fortsetzen und dafür ein gemeinsames Produktionsvolumen von rund 135 Millionen Euro bereitstellen. Das wurde im Rahmen eines Koproduktionstreffens bekannt, das die ARD in München ausrichtete. Mit den Mitteln sollen 2027 zahlreiche gemeinsame Programme entstehen, die im gesamten deutschsprachigen Raum ausgestrahlt werden können. Die Kooperation umfasst Naturdokumentationen, fiktionale Produktionen und große Unterhaltungsshows. Durch die gemeinsame Finanzierung wollen die beteiligten Sender ihre Ressourcen bündeln und aufwendige Projekte ermöglichen.
Zu den gemeinsamen fiktionalen Vorhaben gehört unter anderem
«Benko – Size Does Matter», an dem ORF, SRF, SWR, rbb und WDR beteiligt sind. Auch im Unterhaltungsbereich arbeiten die Sender seit Jahren zusammen. So wurden 2026 unter anderem die
«Feste» mit Florian Silbereisen von MDR, ORF, BR und WDR gemeinsam finanziert und realisiert. Hinzu kommen die
«Starnacht am Wörthersee» von ORF und MDR sowie die Samstagabendshow
«Klein gegen Groß», an der NDR, ORF und SRF beteiligt sind. Ebenfalls zu den gemeinsamen Produktionen gehören «Wer weiß denn sowas XXL» und «Verstehen Sie Spaß?». Während die XXL-Ausgabe der Quizshow von NDR, ORF und SRF getragen wird, kooperieren bei der Unterhaltungssendung mit versteckter Kamera SWR und ORF.
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Medienproduktion. Die Vertreter der drei Sendergruppen beschäftigten sich mit möglichen Anwendungen entlang der gesamten Produktionskette, vom eigentlichen Herstellungsprozess über das Content-Management bis zu internen Steuerungsabläufen. Dabei ging es insbesondere um die Frage, wie KI-Technologien Arbeitsprozesse unterstützen können, ohne journalistische Qualitätsanforderungen und Sicherheitsstandards zu gefährden. Neben rechtlichen Rahmenbedingungen wurden konkrete Praxisbeispiele für einen verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz diskutiert.
Christine Strobl, ARD-Programmdirektorin: "Die Rahmenbedingungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verändern sich spürbar - politisch, finanziell und technologisch. Umso wichtiger ist es, unsere Kräfte zu bündeln und Synergien konsequent zu nutzen. ARD, ORF und SRF verfügen über einen enormen gemeinsamen Erfahrungsschatz. Wenn wir voneinander lernen, Budgets gemeinsam einsetzen und unsere Kompetenzen zusammenbringen, können wir aufwendige Produktionen ermöglichen, Risiken teilen und unserem Publikum eine größere Vielfalt an hochwertigen Programmen bieten, als es jeder Sender allein könnte."
Roger Elsener, Direktor SRF: "Gemeinsam sind wir noch stärker - das trifft sowohl auf länderübergreifenden Produktionen zu als auch auf den wertvollen Erfahrungsaustausch im Umgang mit neuen Technologien und künstlicher Intelligenz. KI ist gekommen, um zu bleiben. Die öffentlichen Medien sind gleichermaßen verpflichtet, einen sinnvollen und verantwortungsvollen Umgang damit zu finden. Denn KI bringt viele neue Chancen mit sich, birgt aber auch Gefahren, die unseren Mitarbeitenden Ängste bereiten. In der aktuellen Transformation, in der sich die SRG und SRF befinden, spüren wir das sehr stark. Diese Reaktionen nehmen wir ernst und machen sie gemeinsam mit der ARD und dem ORF besprechbar, um gute Lösungen zu finden."
Stefanie Groiss-Horowitz, ORF Programmdirektorin, im Vorfeld des Koproduktionstreffen: "Die enge Zusammenarbeit von ORF, ARD und SRF zeigt, wie viel wir gemeinsam für unser Publikum erreichen können. Gerade in Zeiten knapper Budgets und in einem zunehmend globalisierten Medienmarkt sind starke Allianzen im öffentlich-rechtlichen Raum entscheidend: Sie ermöglichen eine Vielzahl hochwertiger Inhalte, bündeln kreative und wirtschaftliche Ressourcen und stärken unser Programmangebot."
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel