Die «NANO Doku» zeigt am 26. November, wie Erdwärme zur Energieversorgung beitragen kann und weshalb Tiefenbohrungen Erdbeben auslösen können.
3sat widmet sich am Donnerstag, 26. November 2026, um 20.15 Uhr der Energiegewinnung aus dem Erdinneren. Die
«NANO Doku» „Tiefengeothermie – wie gefährlich ist Energie aus der Erde?“ von John A. Kantara betrachtet sowohl das Potenzial der Technologie als auch die hohen Kosten und Risiken der Bohrungen. Im Streaming ist der Film bereits ab dem 22. November um 5.59 Uhr verfügbar und bleibt bis zum 16. November 2031 abrufbar.
Rund die Hälfte des Energieverbrauchs entfällt nach den Angaben zur Sendung auf den Wärmesektor. Tiefengeothermie könnte deshalb für Kommunen und Industrie eine größere Rolle spielen und neben Wärme auch Strom liefern. Ein Beispiel für die Nutzung zeigt die Dokumentation in Grünwald bei München. Dort versorgt EWG Erdwärme Grünwald nach Angaben ihres Geschäftsführers Andreas Lederle inzwischen 2200 Hausanschlüsse.
Dem möglichen Nutzen stehen erhebliche Herausforderungen gegenüber. Bohrungen in mehreren Kilometern Tiefe sind teuer, Eingriffe in den Untergrund können außerdem die Spannungen im Gestein verändern und Erdbeben auslösen. Der Film greift unter anderem die Erschütterungen im Zusammenhang mit Geothermieprojekten in Basel 2006 und Straßburg 2020 auf. Schäden und Proteste beeinträchtigten dort auch das Vertrauen in die Technologie.
Wie sich solche Risiken besser kontrollieren lassen, untersuchen Forschende im BedrettoLab der ETH Zürich. In dem unterirdischen Labor werden gezielt kleinste Erdbeben ausgelöst und mit einem dichten Sensornetz beobachtet. Kritische Veränderungen sollen dadurch frühzeitig erkannt werden, um rechtzeitig gegensteuern zu können.
Weitere Stationen sind das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam und das Labor der Kontinentalen Tiefbohrung im bayerischen Windischeschenbach. Dort wird unter anderem erprobt, den Druck bei der Wasserzufuhr schrittweise an die Reaktion des Gesteins anzupassen. Das Verfahren soll ermöglichen, das Gestein zu öffnen und dabei stärkere Erdbeben zu vermeiden.
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