Der Journalist, der das «heute journal» und «Was nun, …?» mitentwickelte und zwölf Jahre lang die ZDF-Chefredaktion führte, ist im Alter von 90 Jahren gestorben.
Das ZDF trauert um Klaus Bresser. Der ehemalige Chefredakteur des öffentlich-rechtlichen Senders starb am 7. Oktober 2026 in Berlin. Bresser gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Köpfen des ZDF-Informationsprogramms und war dem Publikum auch als Moderator politischer Interviews, Wahlsendungen und Diskussionsrunden bekannt.
„Wir trauern um einen entschiedenen Verfechter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags“, erklärte ZDF-Intendant Norbert Himmler. Bresser habe das journalistische Profil des Senders nachhaltig geprägt und stets für Unabhängigkeit und einen fairen Umgang gestanden. ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten würdigte insbesondere sein journalistisches Handwerk: „Sendungen wie das «heute journal» und «Was nun, …?» wirken bis heute nach. Damit hat er das Fernsehen geprägt und eine Generation von Journalistinnen und Journalisten, die ihm nachfolgten.“
Bressers ZDF-Laufbahn begann im Dezember 1977 als stellvertretender Leiter und Moderator des «heute journal». An der Konzeption des Nachrichtenmagazins war er wesentlich beteiligt, 1981 übernahm er dessen Leitung. Insgesamt stand er sechs Jahre lang als Moderator für die Sendung vor der Kamera. 1983 wurde er Leiter der Hauptredaktion Innenpolitik und verantwortete unter anderem «Die Reportage», den «Länderspiegel», die politische Talkshow «5 nach zehn» sowie aktuelle Dokumentationen.
Ab 1985 war Bresser zudem in der von ihm mitentwickelten Interviewreihe «Was nun, …?» zu sehen. Das Format wurde zu einem festen Bestandteil des ZDF-Informationsangebots. Direkte Nachfragen, eine klare Gesprächsstruktur und die Konzentration auf politische Verantwortung kennzeichneten dabei seinen journalistischen Stil.
1988 trat Bresser als Nachfolger von Reinhard Appel das Amt des ZDF-Chefredakteurs an. Er war der vierte Journalist an der Spitze der Chefredaktion und blieb zwölf Jahre in dieser Funktion. Mit Formaten wie «ZDF spezial», dem «ZDF-Morgenmagazin» und «frontal» wurde das Informationsangebot während seiner Amtszeit weiter ausgebaut. Als besonderen journalistischen Erfolg hebt der Sender außerdem die Berichterstattung zur deutschen Einheit hervor, insbesondere die Programme am 2. und 3. Oktober 1990 aus dem Berliner Reichstag.
Seine journalistischen Anfänge lagen im Lokaljournalismus. Der am 22. Juli 1936 in Berlin geborene Bresser schrieb bereits als Gymnasiast für Zeitungen in Aachen. Während seines Studiums der Germanistik, Theaterwissenschaften und Soziologie in Köln arbeitete er frei für den «Kölner Stadt-Anzeiger», bei dem er 1958 ein Volontariat begann. Ab 1961 war er dort Redakteur mit besonderen Aufgaben. Als Chefreporter begleitete er später unter anderem die Besuche von Charles de Gaulle, John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow in West- und Ostdeutschland.
1965 wechselte Bresser zum WDR. Dort leitete er unter anderem die Redaktion von «Monitor» sowie die Redaktionsgruppe Aktualität. Auch an der Entwicklung von «Tagesthema», der Vorläufersendung der «Tagesthemen», war er beteiligt. Für seine Arbeit erhielt Bresser zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1987 die Goldene Kamera, 1989 den Herbert-Quandt-Medien-Preis und 2000 den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz.