arte blickt hinter die Kulissen der größten Baustelle der Renaissance

Zum 400. Jahrestag der Weihe des Petersdoms erzählt eine Dokumentation von den Menschen, die mehr als 120 Jahre an dem Monument arbeiteten.

Wenige Tage vor einem besonderen Jubiläum richtet arte den Blick auf eines der bekanntesten Bauwerke der Welt. Am Samstag, 14. November, zeigt der Kultursender um 20.15 Uhr den 90-minütigen Dokumentarfilm «Petersdom – Megabaustelle der Renaissance». Anlass ist der 400. Jahrestag der Weihe des Petersdoms in Rom am 18. November 2026. Bereits ab dem 7. November steht die Produktion online zur Verfügung.

Regisseurin Andrea Oster konzentriert sich dabei nicht allein auf die berühmten Architekten und Künstler der Renaissance. Im Mittelpunkt stehen auch die Tausenden Handwerker, Arbeiter und Lieferanten, die mehr als 120 Jahre an dem Sakralbau arbeiteten. Sie errichteten riesige Kräne, transportierten tonnenschwere Steine und verbrannten antiken Marmor zu Kalk. Sechs Tage in der Woche wurde teilweise bis tief in die Nacht im Licht von Fackeln und Öllaternen gearbeitet.

Die Baustelle war zugleich ein gefährlicher Arbeitsplatz. Gut 200 Handwerker kamen während der Arbeiten ums Leben. Dennoch galt die Dombauhütte als begehrter Arbeitgeber in Rom, da die Beschäftigten gut und regelmäßig bezahlt wurden. Neue Forschungen zu Lieferlisten, Abrechnungen, Kreditscheinen und weiteren historischen Dokumenten ermöglichen nun detailliertere Einblicke in die Lebens- und Arbeitsbedingungen auf der Großbaustelle.

Eine besondere Rolle spielt die bislang weniger beachtete Arbeit von Frauen. Die „Fabbrica“ beschäftigte sowohl Künstlerinnen als auch Arbeiterinnen. Die Dokumentation geht der Frage nach, welchen Anteil sie am Bau hatten und wie ihr Alltag aussah. Zugleich rekonstruiert der Film die Lebenswelt der Steinmetze, Kalkbrenner und Fuhrleute in einem Rom, das damals nur rund 40.000 Einwohner zählte und von antiken Ruinen geprägt war.

Auch der Umgang mit den Hinterlassenschaften des Römischen Reiches wird thematisiert. Die Päpste verstanden sich in der Renaissance nicht nur als geistliche, sondern auch als weltliche Herrscher. Für ihre Bauvorhaben wurden antike Materialien verwendet. Noch heute finden sich im Petersdom Säulen und andere Stücke, die aus den großen Kaiserforen stammen.
12.10.2026 08:33 Uhr Kurz-URL: qmde.de/176335
Fabian Riedner

super
schade


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