Paramount räumt letzte große Hürde für Warner-Übernahme aus dem Weg

Eine Einigung mit zwölf US-Bundesstaaten beendet den zentralen Kartellrechtsstreit. Auch die Writers Guild legt ihre Klage bei.

Die geplante Milliardenübernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance steht kurz vor dem Abschluss. Der Medienkonzern hat sich mit einer von Kalifornien angeführten Gruppe aus zwölf US-Bundesstaaten auf einen Vergleich verständigt. Damit fällt eine der entscheidenden juristischen Hürden für den Zusammenschluss weg. Auch die Writers Guild of America hat ihren eigenen Kartellrechtsstreit mit Paramount beigelegt. Für Paramount kommt die Einigung zu einem wichtigen Zeitpunkt. Bei einer weiteren Verzögerung über Ende September hinaus hätte eine tägliche Gebühr von sieben Millionen Dollar an Warner-Aktionäre fällig werden können.

Die Bundesstaaten hatten im Juli geklagt, obwohl das US-Justizministerium den Zusammenschluss zuvor freigegeben hatte. Sie befürchteten unter anderem weniger Wettbewerb auf dem Kino- und Kabelmarkt sowie steigende Kosten für Abnehmer. Der Prozess sollte ursprünglich am 2. März 2027 beginnen. Paramount wiederum argumentierte, dass ein gemeinsamer Konzern besser mit großen Streaminganbietern konkurrieren könne.

Der Vergleich ist mit einer Reihe von Auflagen verbunden. Paramount verpflichtet sich unter anderem, in den kommenden fünf Jahren jährlich mindestens 30 Kinofilme herauszubringen; später steigt die Vorgabe auf 32 Produktionen. Verfehlt das Unternehmen bestimmte Filmziele, können Strafzahlungen von 30 Millionen Dollar pro fehlendem Film fällig werden. Darüber hinaus sollen die jährlichen Ausgaben für US-Filmproduktionen gegenüber dem Niveau von 2025 um mindestens 300 Millionen Dollar erhöht werden. Insgesamt entspricht das zusätzlichen Investitionen von mindestens 1,5 Milliarden Dollar innerhalb von fünf Jahren.

Eine wichtige Rolle spielen zudem CNN und CBS News, die nach dem Zusammenschluss unter einem Konzerndach stehen würden. Für die Nachrichtenangebote ist ein Gremium vorgesehen, das die redaktionelle Unabhängigkeit überwachen soll. Weitere Bestimmungen betreffen unter anderem Verhandlungen über die Verbreitung von Kabelsendern, den Erhalt von Studiogeländen und arbeitsrechtliche Zusagen. Größere Verkäufe von Unternehmensteilen sind im Rahmen des Vergleichs nicht vorgeschrieben.

Auch die Writers Guild of America zieht ihren Widerstand vor Gericht zurück. Die Autorenvereinigung betonte allerdings, dass sie ihre Bedenken hinsichtlich möglicher Auswirkungen des Zusammenschlusses auf Autoren und die Film- und Fernsehbranche weiterhin aufrechterhalte. Nach dem Vergleich der Generalstaatsanwälte hätte die Gewerkschaft ihren Kartellrechtsprozess jedoch ohne staatliche Unterstützung und mit erheblichen Kosten allein weiterführen müssen.
22.09.2026 11:39 Uhr Kurz-URL: qmde.de/175783
Fabian Riedner

super
schade


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