Einen Tag vor der israelischen Parlamentswahl fragt Das Erste, ob Benjamin Netanjahu erneut eine Mehrheit für seine politische Zukunft finden kann.
Unmittelbar vor einer der wichtigsten Wahlen Israels widmet Das Erste dem politischen Machtkampf eine Sonderausgabe des «Weltspiegel». Am Montag, 26. Oktober, läuft um 22.50 Uhr
«Weltspiegel extra» „Wahl in Israel – Alle gegen Netanjahu?“. Der Film von Björn Dake wird damit nur wenige Stunden vor Öffnung der Wahllokale ausgestrahlt: Am Dienstag, 27. Oktober, wählen die Israelis die 120 Abgeordneten der Knesset.
Im Zentrum steht erneut Benjamin Netanjahu. Seit vielen Jahren prägt der Likud-Chef die israelische Politik, doch der Wahlkampf 2026 findet unter besonderen Vorzeichen statt. Das Sicherheitsversagen beim Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023, die folgenden Kriege und innenpolitische Konflikte haben seine Regierung erheblich unter Druck gesetzt. Dennoch verfügt Netanjahu weiterhin über eine treue Anhängerschaft und kämpft darum, das rechte Lager hinter sich zu versammeln.
Das ARD-Studio Tel Aviv konzentriert sich deshalb nicht allein auf den Amtsinhaber, sondern begleitet Menschen, die einen politischen Wechsel erreichen wollen. Dazu gehören Friedensaktivisten und arabische Israelis ebenso wie Vertreter des Mitte-Rechts-Lagers. Eine entscheidende Frage lautet, ob die unterschiedlichen Gegner Netanjahus trotz ihrer politischen Differenzen genügend Gemeinsamkeiten finden, um nach der Wahl eine Regierung bilden zu können.
Als besonders ernsthafter Herausforderer hat sich der frühere Generalstabschef Gadi Eisenkot etabliert. Seine Partei Jaschar liegt in mehreren aktuellen Umfragen sogar vor Netanjahus Likud. Gleichzeitig zeigen die Erhebungen aber ein kompliziertes Bild: Weder das Netanjahu-Lager noch seine Gegner erreichen derzeit verlässlich die für eine Mehrheit notwendigen 61 Mandate. In zwei am 14. September veröffentlichten Umfragen kamen die beiden Lager beispielsweise auf 52 zu 52 beziehungsweise 50 zu 54 Sitze.
Damit trifft der Titel «Alle gegen Netanjahu?» einen zentralen Punkt des Wahlkampfs. Ein großer Teil der Opposition eint vor allem der Wunsch nach einem Regierungswechsel, während ihre Vorstellungen über Israels weitere politische Ausrichtung zum Teil erheblich auseinandergehen. Mehrere große Oppositionsparteien haben inzwischen Vereinbarungen geschlossen, mit denen sie verhindern wollen, dass bei der Sitzverteilung Stimmen ihres Lagers verloren gehen.
Björn Dakes Reportage beschäftigt sich darüber hinaus mit der Frage, ob nach Jahren der Polarisierung ein politischer Neuanfang möglich ist und welche Perspektiven es für das Verhältnis zu den Palästinensern gibt. «Weltspiegel extra» macht die Wahl damit nicht nur an der Person Netanjahus fest. Der Film will zeigen, wie gespalten das Land in die Abstimmung geht – und warum selbst eine Niederlage des langjährigen Ministerpräsidenten noch lange nicht automatisch für klare politische Verhältnisse sorgen würde.
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