Mit einer Dokumentation und der anschließenden Oper «Die Mütter von Cherson» widmet arte einen Abend den nach Russland verschleppten Kindern und ihren Familien.
arte setzt sich am Samstag, 24. Oktober 2026, mit dem Schicksal verschleppter ukrainischer Kinder auseinander. Um 22.35 Uhr zeigt der Sender zunächst die Dokumentation
«Die Mütter von Cherson – Dokumentation über die Entstehung einer einzigartigen Oper». Direkt im Anschluss folgt um 23.10 Uhr die gleichnamige Oper, die von der Metropolitan Opera in New York und dem Teatr Wielki in Warschau in Auftrag gegeben wurde.
Die Oper basiert auf Berichten ukrainischer Mütter und Großmütter, die sich auf den Weg machten, um ihre nach Russland beziehungsweise in russisch besetzte Gebiete gebrachten Kinder zurückzuholen. Im Zentrum stehen Frauen aus dem Süden der Ukraine, die eine fast 5.000 Kilometer lange Reise über Polen, Weißrussland und Russland bis auf die besetzte Krim auf sich nehmen. Grundlage des Librettos von George Brand sind zahlreiche Interviews mit betroffenen Familien und zurückgekehrten Jugendlichen.
Die Musik stammt vom ukrainischen Komponisten Maxim Kolomiiets. Für «Die Mütter von Cherson» verbindet er zeitgenössische Musik mit ukrainischen Motiven. Inszeniert wurde die Warschauer Uraufführung von Barbara Wysocka, für die Fernsehregie zeichnet Andreas Morell verantwortlich. Zum Ensemble gehören unter anderem Izabela Matula, Hanna Sosnowska-Bill, Kamila Dutkowska, Weronika Wojtkowska, Elissa Pfaender und Małgorzata Walewska.
Bereits zuvor blickt Jobst Knigges Dokumentation hinter die Kulissen der Entstehung. Begleitet werden unter anderem die ukrainische Dokumentaristin Sasha Andrusyk, der im Leipziger Exil lebende Kolomiiets und Sängerin Mariia Udovenko. Außerdem erzählt der Film die Geschichte von Yulia Radzevilova und ihrem Sohn Maxim. Der damals Zwölfjährige sollte in einem Feriencamp auf der Krim vor den Angriffen auf Cherson geschützt werden, durfte anschließend jedoch nicht nach Hause zurückkehren. Seiner Mutter gelang es schließlich, ihn zurückzuholen. Bei einer Voraufführung in Kiew erleben beide ihre eigene Geschichte auf der Bühne.
Nach ukrainischen Angaben und internationalen Berichten sind seit Beginn der russischen Invasion mehr als 20.000 ukrainische Kinder nach Russland und in russisch besetzte Gebiete gebracht worden. Wegen der mutmaßlich rechtswidrigen Deportation und Überführung ukrainischer Kinder erließ der Internationale Strafgerichtshof 2023 Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und die russische Kinderrechtsbeauftragte Marija Lwowa-Belowa. Arte verbindet mit dem Themenabend damit dokumentarische Aufarbeitung und eine künstlerische Verarbeitung desselben Geschehens.
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