Die strategische Bedeutung des DFB-Pokals für ARD und ZDF im Kampf gegen das Pay-TV

Der DFB-Pokal zählt seit vielen Jahrzehnten zu den beliebtesten Fußball-Wettbewerben in Deutschland.

Nach den ersten beiden Runden geht es mit dem Achtelfinale weiter, ehe das große Endspiel im Berliner Olympiastadion steigt. Anders als in vielen anderen Ländern stehen in den vorderen Runden keine Hin- und Rückspiele auf dem Programm.

Das Weiterkommen klärt sich stets in einer einzigen Begegnung. Mit 21 Titeln (Stand: September 2026) ist der FC Bayern Rekord-Champion im DFB-Pokal. Die besten Wettanbieter in Deutschland bieten ein vielfältiges Wett-Programm an, denn gerade dann, wenn ein Favorit auf einen Underdog trifft, kann im Pokal viel passieren. Übertragen werden die Pokal-Auftritte bislang von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF. Die Bedeutung des Wettbewerbs ist immens wichtig, denn es tobt ein Kampf gegen das Pay-TV.

Bis 2023 haben sich die beiden TV-Sender die Übertragungsrechte gesichert, allerdings springt nun auch RTL auf diesen Zug auf. Die ARD hatte sich die jüngsten Rechte zuerst gesichert, das ZDF zog mit etwas Verspätung nach. Dem Sender fehle das Kleingeld, nachdem die Bundesländer einer geplanten Erhöhung des Rundfunkbeitrags Ende 2024 nicht zugestimmt hatten. Das zweite Free-Paket ging aber letztendlich doch noch ans Zweite Deutsche Fernsehen, das sich die Übertragung von 7-8 Partien mit RTL teilt.. Alle Pokal-Spiele werden außerdem auf Sky gezeigt.

Hier läuft der DFB-Pokal ab der Saison 2026/27


Free-TVPay-TVHighlights
ARD 7-8 SpieleSky alle 63 PartienARD, ZDF, RTL
ZDF circa 4 SpieleAuch RTL Plus mischt mitDAZN, Sport 1
RTL circa 4 SpieleKicker


Deshalb ist der DFB-Pokal so wichtig für ARD und ZDF


Die Bundesliga läuft nicht mehr im Free-TV, auch in der Champions League haben ARD und ZDF die Rechte komplett verloren. Insofern bleibt nur noch der DFB-Pokal, der live und in voller Länge übertragen werden darf. Dies ist auch hinsichtlich des Rundfunkbeitrags von großer Bedeutung, denn der Pokal unterstreicht das Live-Angebot des Fußballs ohne Bezahlschranke.

Starke Quoten sind ARD und ZDF außerdem garantiert. Halbfinale oder Endspiel finden ohnehin großen Anklang, doch auch in einer 1. Runde sitzen die Fans begeistert vor dem Bildschirm. Der Grund: Spitzenteams aus der Bundesliga treffen regelmäßig bei Underdogs an und müssen eine Blamage fürchten - die natürlich niemand verpassen möchte.

Der Druck von ARD und ZDF ist hoch, den Fußball nicht komplett an zahlungspflichtige Konkurrenten zu verlieren. RTL hat sich in den letzten Jahren zu einem starken Rivalen gemausert. Seit dieser Saison müssen sich die beiden Öffentlich-Rechtlichen die DFB-Pokal-Rechte mit dem Privatsender teilen. Länderspiele - früher eine Bank in ARD und ZDF - laufen mittlerweile auch vermehrt auf RTL. Zudem überträgt der Sender, der zuletzt auch Sky eingekauft hat, die Europa League.

Besonders bitter: Das Finale des DFB-Pokals läuft in dieser Saison zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs bei Privatsender RTL. Umso wichtiger ist es für ARD und ZDF, die Übertragungsrechte in den kommenden Jahren nicht komplett zu verlieren und den Fans keinen kostenfreien Zugang zu Live-Fußball mehr gewähren zu können.
10.09.2026 07:20 Uhr Kurz-URL: qmde.de/175371

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