Lars Eidinger, Corinna Harfouch und Lilith Stangenberg spielen eine Familie, die erst durch Krankheit und Tod wieder zueinanderfindet.
Am Montag, den 5. Oktober 2026, um 22.15 Uhr setzte arte auf einen der meistbeachteten deutschen Kinofilme der vergangenen Jahre. Der Kultursender zeigt Matthias Glasners knapp dreistündiges Drama
«Sterben» als Erstausstrahlung. Der Film feierte 2024 im Wettbewerb der Berlinale seine Premiere und wurde anschließend unter anderem mit vier Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet.
Im Mittelpunkt steht die Familie Lunies, deren Mitglieder sich längst voneinander entfernt haben. Mutter Lissy, gespielt von Corinna Harfouch, kümmert sich um ihren dementen Mann Gerd, der inzwischen in einem Heim lebt. Insgeheim empfindet sie dessen Unterbringung auch als Befreiung. Doch die Aussicht auf ein selbstbestimmteres Leben währt nicht lange: Diabetes, Krebs, Nierenversagen und eine beginnende Erblindung machen Lissy deutlich, dass auch ihre eigene Lebenszeit begrenzt ist.
Ihr Sohn Tom, verkörpert von Lars Eidinger, arbeitet als Dirigent und probt gemeinsam mit seinem depressiven Freund Bernard an einer Komposition, die ausgerechnet «Sterben» heißt. Gleichzeitig wird sein Privatleben komplizierter. Seine frühere Freundin Liv macht ihn zum Ersatzvater ihres Kindes – eines Kindes, das unter anderen Umständen auch seines hätte sein können. Toms Schwester Ellen, gespielt von Lilith Stangenberg, führt derweil ein völlig anderes Leben. Sie beginnt eine Affäre mit dem verheirateten Zahnarzt Sebastian und verbindet mit ihm vor allem die gemeinsame Neigung zum Alkohol und zum Rausch.
Glasner erzählt von Krankheit und Tod, aber ebenso von den Versuchen seiner Figuren, angesichts der eigenen Endlichkeit noch einmal Nähe, Liebe und Lebensintensität zu erfahren. Dabei verbindet «Sterben» familiäre Konflikte und existenzielle Fragen mit schwarzem Humor. Neben Eidinger, Harfouch und Stangenberg gehören Hans-Uwe Bauer, Ronald Zehrfeld, Anna Bederke, Saskia Rosendahl und Robert Gwisdek zum Ensemble.
Bei der Berlinale 2024 erhielt Matthias Glasner für «Sterben» den Silbernen Bären für das beste Drehbuch. Beim Deutschen Filmpreis folgten vier Auszeichnungen, darunter die Goldene Lola als bester Spielfilm. Corinna Harfouch wurde als beste Hauptdarstellerin geehrt, Hans-Uwe Bauer erhielt den Preis für die beste männliche Nebenrolle und Lorenz Dangel wurde für die Filmmusik ausgezeichnet.
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