Das ZDF setzt seine Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Leipzig fort und erweitert das Forschungsportal „rufus“.
Das ZDF engagiert sich weiterhin für einen leichteren Zugang der Wissenschaft zu historischen Rundfunkdaten. Gemeinsam mit der Universitätsbibliothek Leipzig und dem neu hinzugekommenen Deutschlandradio wird das Suchportal „rufus“ weiterentwickelt. Möglich wird dies durch eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
„rufus“ bietet Forschenden erstmals eine zentrale Online-Oberfläche, um zeit- und ortsunabhängig in den Metadaten deutscher Rundfunkarchive zu recherchieren. Im nächsten Ausbauschritt soll das Portal sowohl um zusätzliche Datenbestände als auch um neue Funktionen erweitert werden. Gleichzeitig möchten die Projektpartner die Zielgruppe über die Kommunikations- und Medienwissenschaft hinaus für weitere Forschungsbereiche öffnen.
Das ZDF kooperiert bereits seit 2021 mit der Universitätsbibliothek Leipzig. Der Mainzer Sender stellte als erstes deutsches Rundfunkarchiv seine Archivdaten für eine digitale Recherche zur Verfügung und gilt damit als Vorreiter bei der Öffnung audiovisueller Bestände für die Wissenschaft. Aktuell umfasst die Datenbank rund zwei Millionen Datensätze zu etwa 500.000 Sendungen des ZDF-Hauptprogramms sowie Produktionen für weitere Kanäle – von der Aufnahme des Sendebetriebs im Jahr 1963 bis in die Gegenwart.
Neu an Bord ist Deutschlandradio. Dessen Archiv bringt Programmdaten des RIAS, des Deutschlandfunks, des Deutschlandsenders Kultur sowie der heutigen Deutschlandradio-Programme in das Projekt ein. Damit wächst die Datenbasis erheblich und ermöglicht künftig senderübergreifende Recherchen.
„Die Förderentscheidung der DFG ist ein großer Erfolg für unseren Kooperationspartner, die Universitätsbibliothek Leipzig, das ZDF und ‚rufus‘ – das Portal Rundfunksuche“, erklärte die Leiterin des ZDF-Archivs, Dr. Beate Scherer. Mit Deutschlandradio gewinne das Projekt einen starken neuen Partner, der zusätzliche Perspektiven eröffne und die Forschungsinfrastruktur weiter stärke.
Langfristig verfolgt das Projekt die Vision eines nationalen Suchportals, das Rundfunksendungen verschiedener Sender zentral nachweist und für wissenschaftliche Zwecke digital erschließt. Ergänzend sollen künftig auch Programmzeitschriften, Jahrbücher und weitere Quellen ausgewertet werden, um eine möglichst vollständige Programmchronik des deutschen Rundfunks aufzubauen. Damit nähert sich Deutschland einem Angebot an, das in mehreren europäischen Ländern bereits seit Jahren zum Standard wissenschaftlicher Medienforschung gehört.
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