Der frei empfangbare Disney Channel erhält Ende 2026 einen neuen Namen und richtet sein Programm künftig deutlich stärker an einem erwachsenen Publikum aus.
Die Walt Disney Company Deutschland hat beim Screenforce Festival in Düsseldorf einen tiefgreifenden Umbau ihres Free-TV-Angebots angekündigt. Ende 2026 wird der Disney Channel in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Disney TV umbenannt. Gleichzeitig erhält der Sender eine neue programmliche Ausrichtung: Statt sich wie bisher in erster Linie an Familien und Kinder zu richten, soll das Angebot künftig verstärkt erwachsene Zuschauer ansprechen.
Disney reagiert damit auch auf die Entwicklung des deutschen Kindermarktes. Bei den Drei- bis 13-Jährigen liegt der Disney Channel inzwischen hinter KiKA und Super RTL, aber weiterhin vor Nickelodeon. Künftig sollen daher deutlich mehr Inhalte aus dem umfangreichen Disney-Katalog auch tagsüber im frei empfangbaren Fernsehen laufen. Die Entscheidung überrascht dennoch. Der Disney Channel war einst als Familiensender mit klarem Fokus auf Kinder gestartet. Nun entwickelt er sich zunehmend zu einem Unterhaltungssender für Erwachsene, während Kinderprogramme auf feste Programmfenster beschränkt werden. Dass viele Kinder heute tagsüber in Schule oder Ganztagsbetreuung sind, dürfte diese strategische Verschiebung begünstigen.
Das neue Disney TV setzt auf eine Mischung aus Animationen, Live-Action-Produktionen, Dramaserien, Dokumentationen sowie Titeln von FX, Marvel Studios und dem «Star Wars»-Universum. Ergänzt werden soll das Programm durch ausgewählte Inhalte, die zuvor exklusiv bei Disney+ verfügbar waren. Damit ähnelt das Konzept zunehmend Sendern wie ProSieben, die ebenfalls große Teile ihres Programms mit Produktionen aus einem vergleichsweise begrenzten Portfolio bestreiten. Auch für Werbekunden eröffnet der Umbau neue Möglichkeiten. Durch den höheren Anteil an Programmen für Zuschauer ab 16 Jahren erweitert sich das Werbeinventar deutlich. Disney verspricht zusätzliche Crossmedia-Angebote und eine stärkere Verzahnung zwischen linearem Fernsehen und Disney+.
Abseits des Senders kündigte Disney beim Screenforce Festival zudem weitere Streaming-Projekte an. Dazu gehört das in der Schweiz produzierte Hulu Original
«Under the Ice», ein sechsteiliger Thriller vor der Kulisse des Matterhorns. Außerdem verwies das Unternehmen auf weitere deutschsprachige Eigenproduktionen wie
«City of Blood»,
«Vienna Game»,
«Yacht Dreams Monaco», den österreichischen Krimi
«Monster – ein Taunuskrimi» sowie
«Westwell». Parallel investiert Disney in Europa weiter in seine Werbetechnologie und meldete für Disney+ seit Anfang 2025 ein Abonnentenwachstum von mehr als 25 Prozent in der EMEA-Region.
Eun-Kyung Park, SVP Direct-to-Consumer & Networks und Country Manager GSA, sagt: „Wir möchten unserem Publikum Vielfalt, Auswahl und außergewöhnliche Geschichten bieten, die es über all unsere Plattformen hinweg begeistern. Das Programm von Disney TV wird unser Free-TV-Angebot in Deutschland um mehr Inhalte für erwachsene Zielgruppen erweitern, ergänzt durch sorgfältig kuratierte exklusive Disney+ Inhalte. Gleichzeitig bleiben feste Programmfenster für Kinder sowie beliebte Filme für Familien weiterhin fester Bestandteil des Angebots.“
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