HISTORY Channel zeigt Doku über geheime Nazi-Abhörprotokolle

Der dreiteilige Dokumentarfilm «Recording Evil – Die geheimen Nazi-Protokolle» beleuchtet eine britische Geheimoperation.

Der HISTORY Channel nimmt ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Geschichte des Zweiten Weltkriegs in den Blick. Ab dem 17. Juli zeigt der Sender jeweils freitags um 21.55 Uhr den dreiteiligen Dokumentarfilm «Recording Evil – Die geheimen Nazi-Protokolle» als deutsche TV-Premiere. Die rund einstündigen Folgen stehen anschließend auch auf Abruf zur Verfügung.

Im Mittelpunkt steht eine britische Geheimdienstoperation, die ursprünglich militärischen Zwecken dienen sollte. Unter Leitung des Geheimdienstoffiziers Thomas Kendrick wurden deutsche Kriegsgefangene in eigens präparierten Lagern untergebracht, deren Räume mit versteckten Mikrofonen ausgestattet waren. Die Gefangenen glaubten, unbeobachtet miteinander zu sprechen. Tatsächlich wurden ihre Unterhaltungen heimlich aufgezeichnet und verschriftlicht.

Die dabei entstandenen Protokolle offenbaren nicht nur militärische Informationen, sondern dokumentieren auch, wie offen zahlreiche Soldaten über die Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden, Zwangsarbeit sowie weitere Verbrechen des NS-Regimes sprachen. Die historischen Tonaufnahmen selbst existieren nicht mehr, da sie nach der Transkription gelöscht und die Schallplatten wiederverwendet wurden. Deshalb werden die erhaltenen Protokolle in der Dokumentation von den Sprechern Dino Kotzian und Peter Trzka vorgelesen.

Ergänzt werden die Quellen durch Erinnerungen der sogenannten „Secret Listeners“ – deutschsprachiger, vielfach jüdischer Flüchtlinge, die für den britischen Geheimdienst die Gespräche auswerteten. Hinzu kommen Auszüge aus den Memoiren der Geheimdienstoffizierin Catherine Townshend, Berichte von Sandra Robinson, der Tochter des Abhörspezialisten Erich Mark, sowie freigegebene Geheimdienstakten und Einschätzungen von Historikern wie Helen Fry, Havi Dreifuss und Sönke Neitzel. Gerade Neitzel trug maßgeblich dazu bei, dass die umfangreichen Dokumente Anfang der 2000er-Jahre wissenschaftlich erschlossen wurden. Durch seine Arbeiten entwickelten sich die Abhörprotokolle zu bedeutenden Quellen für die Forschung über den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust.

Entwickelt wurde «Recording Evil – Die geheimen Nazi-Protokolle» von Danny Liber, Yaron Niski und Udi Zamberg. Liber und Niski führten auch Regie. Produziert wurde die dreiteilige Dokumentation von Totzeret Ha'aretz Productions, Executive Producerin ist Dana Stern. Für die Produktion entstanden unter anderem Dreharbeiten in Berlin.
03.07.2026 09:20 Uhr Kurz-URL: qmde.de/173201
Fabian Riedner

super
schade


Artikel teilen

◄   zurück zur Startseite   ◄
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel

Qtalk-Forum » zur Desktop-Version

Impressum  |  Datenschutz und Nutzungshinweis  |  Cookie-Einstellungen  |  Newsletter