Erneut setzt die ARD dabei auf eine Reihe, die häufig näher an PR-Porträts als an kritischem Journalismus wirkt.
Die ARD-Mediathek erweitert ihre Dokureihe
«Money Maker» um ein weiteres Porträt aus der Welt der Influencer. Ab dem 14. Juli steht die neue Ausgabe „Nic Kaufmann – Früher gemobbt, heute das Gesicht für Luxusmarken“ bereit. Im Ersten läuft die 30-minütige Dokumentation einen Tag später um 23.50 Uhr. Im Mittelpunkt steht der 25-jährige Content Creator Nic Kaufmann, der auf TikTok und Instagram mehr als 20 Millionen Follower erreicht. Der gebürtige Singapurer mit deutsch-indischen Wurzeln gehört mittlerweile zu den bekanntesten deutschen Social-Media-Stars. Luxusmarken wie Prada, Dior oder Louis Vuitton setzen auf seine Reichweite, Kaufmann besucht internationale Fashion Weeks, Filmfestivals und andere exklusive Veranstaltungen.
Die Dokumentation zeichnet seinen Weg vom schüchternen Außenseiter zum internationalen Influencer nach. Kaufmann berichtet über Mobbingerfahrungen während seiner Schulzeit, die Trennung seiner Eltern und die Zeit als Informatikstudent in München. Dort begann er 2018 aus Langeweile mit TikTok-Videos und entwickelte innerhalb weniger Jahre eine globale Fangemeinde. Auch der frühe Tod seines Vaters wird thematisiert. Nach eigenen Angaben führte dieses Ereignis dazu, dass er seine Prioritäten neu ordnete und sich stärker mit seiner psychischen Gesundheit auseinandersetzte.
Darüber hinaus begleitet die Produktion Kaufmann zur Fashion Week nach Mailand, auf den roten Teppich in Cannes und in seinen beruflichen Alltag. Auch seine Zusammenarbeit mit dem ebenfalls erfolgreichen Creator Benji Krol wird beleuchtet. Gemeinsam haben beide eine eigene Firma gegründet, um unabhängiger von Agenturen zu werden.
Die inhaltliche Ausrichtung passt damit nahtlos zur bisherigen «Money Maker»-Reihe. Genau darin liegt allerdings auch das Problem des Formats. Die Reihe versteht sich offiziell als Blick hinter die Kulissen erfolgreicher Geschäftsmodelle und digitaler Karrieren. In der Praxis wirken viele Folgen jedoch eher wie aufwendig produzierte Imagefilme für ihre Protagonisten. Kritische Fragen nach Verantwortung, Vermarktungsstrategien oder problematischen Aspekten der Influencer-Ökonomie geraten häufig in den Hintergrund. Zwar kündigt die neue Folge an, Themen wie Leistungsdruck, Selbstzweifel und die psychischen Belastungen sozialer Netzwerke anzusprechen.
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