Drei Filme widmen sich im Juli den Schattenseiten einer Urlaubsinsel, den Risiken moderner Drohnentechnik und den Langzeitfolgen der Flutkatastrophe im Ahrtal.
Die ARD setzt im Juli auf gesellschaftlich relevante Dokumentationen und nimmt dabei sehr unterschiedliche Themen in den Blick. Besonders eindrucksvoll fällt die neue
«Weltspiegel»-Doku: „Kretas dunkle Seite – Waffen und Gewalt auf der Urlaubsinsel“ aus. Die Produktion des Bayerischen Rundfunks ist ab dem 17. Juli in der ARD Mediathek verfügbar und wird am 19. Juli um 18.30 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Korrespondent Moritz Pompl blickt hinter die Postkartenidylle der beliebten Ferieninsel. Während jedes Jahr mehr als eineinhalb Millionen Deutsche ihren Urlaub auf Kreta verbringen, prägen in Teilen der Insel weiterhin Waffengewalt, organisierte Kriminalität und jahrhundertealte Traditionen der Blutrache den Alltag.
Nach Schätzungen kommen auf die rund 620.000 Einwohner Kretas etwa eine Million Schusswaffen, viele davon illegal. Die Dokumentation begleitet Menschen, die sich gegen diese Kultur des Schweigens und der Gewalt stellen. Im Mittelpunkt stehen insbesondere junge Kreterinnen und Kreter, die mit kreativen Projekten versuchen, das Selbstverständnis ihrer Heimat zu verändern. Pompl besucht Schauplätze von Gewaltverbrechen, spricht mit Betroffenen und geht der Frage nach, ob Kreta seine dunkle Vergangenheit überwinden kann.
Bereits ab dem 15. Juli steht die Dokumentation
«Drohnen über der Siedlung – Wer schützt unsere Privatsphäre?» in der ARD Mediathek bereit. Die gemeinsame Produktion von BR, NDR und RBB beschäftigt sich mit einem Phänomen, das immer häufiger für Verunsicherung sorgt. Auslöser der Recherche ist die Geschichte einer Frau, die plötzlich eine Drohne direkt vor ihrem Badezimmerfenster entdeckt und sich seitdem beobachtet fühlt.
Die 30-minütige Dokumentation zeigt, wie erschwinglich und leistungsfähig moderne Drohnen mittlerweile geworden sind und welche Konflikte daraus entstehen. Menschen berichten von unerwünschten Überflügen, möglichen Ausspähversuchen und dem Gefühl, in ihrer Privatsphäre verletzt zu werden. Gleichzeitig werden rechtliche Fragen beleuchtet: Welche Regeln gelten für private Drohnenflüge? Wie können Betroffene reagieren? Und lässt sich überhaupt feststellen, wem ein Fluggerät gehört? Dazu kommen Experten zu Wort, darunter ein Drohnen-Forensiker des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen. Auch Hansjürgen Köhler, ein ehemaliger UFO-Forscher, der inzwischen zahlreiche Hinweise auf unbekannte Drohnen sammelt, gehört zu den Protagonisten.
Ein ganz anderes Thema greift die neue Ausgabe der Reihe
«Bundesvibe» auf. „Fünf Jahre nach der Flut – Wie sicher sind wir heute?“ steht ab dem 5. Juli in der ARD Mediathek zur Verfügung. Die Dokumentation blickt auf die Folgen der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal zurück, deren Auswirkungen auch fünf Jahre später noch deutlich spürbar sind.
Im Mittelpunkt stehen drei Menschen, deren Leben durch die Ereignisse nachhaltig geprägt wurde. Franziska aus Dernau verlor durch die Flut den Familienbetrieb und damit ihre wirtschaftliche Existenz, fand jedoch einen Weg zurück und eröffnete mit ihrem neuen Partner ein eigenes Gasthaus. Rebecca aus Schleiden engagiert sich bis heute für Kinder und Familien, die unter den psychischen Folgen der Katastrophe leiden. Sören aus Grimma wiederum kennt Hochwasser aus eigener Erfahrung und berichtet über die Herausforderungen des Katastrophenschutzes sowie die anhaltende Sorge vor neuen Extremwetterereignissen.
Die Dokumentation fragt danach, wie Menschen mit Verlust, Unsicherheit und traumatischen Erfahrungen umgehen und welche Lehren aus der Flut gezogen wurden. Gleichzeitig zeigt sie, dass die Folgen solcher Naturkatastrophen weit über die unmittelbaren Zerstörungen hinausreichen und viele Betroffene noch Jahre später begleiten.
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