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Pulver verschossen: «Winnetou» verliert Häuptlingsstatus in der Zielgruppe

Nachdem bereits der zweite Teil deutliche Verluste erlitt, fiel der Abschluss des RTL-Mehrteilers deutlich unter den Senderschnitt. Auch eine passende Doku enttäuschte im Anschluss.

2016 endete für RTL mit einem der größten Projekte seit langem: Der aufwendig produzierte «Winnetou»-Mehrteiler durfte sich im späten Dezember an drei Tagen in der Primetime beweisen. Der Donnerstagabend markierte den Schlusspunkt des Indianer-Revivals: Mit «Winnetou: Der letzte Kampf» zeigte der Kölner Privatsender zur besten Sendezeit den dritten und letzten Teil der Karl May-Neuinterpretation. Insgesamt 2,97 Millionen Zuschauer lockte der Spielfilm durchschnittlich zwischen 20.15 Uhr und 22.50 Uhr an.

Dadurch entstand ein Gesamtmarktanteil von insgesamt 9,5 Prozent. Die Zuschauerschaft zwischen 14 und 49 Jahren war mit insgesamt 1,25 Millionen Interessenten vertreten, die noch 12,0 Prozent Marktanteil generierten. Damit fiel der «Winnetou»-Mehrteiler erstmals unter den RTL-Schnitt von 12,7 Prozent im abgelaufenen Fernsehjahr. Dies reichte nicht mehr für die Spitzenposition in der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen, die Das Erste am Donnerstagabend eroberte. Mit seinem Mehrteiler verbuchte RTL von Ausstrahlung zu Ausstrahlung kontinuierlich Verluste, die schließlich aus Quotensicht zu einem recht unbefriedigenden Ende führten.

Am Sonntagabend und am Dienstagabend zeigte RTL die ersten beiden Teile um Schauspieler wie Wotan Wilke Möhring, Mario Adorf oder Jürgen Vogel. Schalteten am ersten Weihnachtsfeiertag noch 5,06 Millionen Personen ein, sank die Reichweite am Dienstag bereits auf 4,33 Millionen Zuschauer, allerdings hielt RTL im Rahmen der zwei ersten Teile noch Rang eins beim jungen Publikum. Bis zum dritten Teil halbierten sich Reichweite und Marktanteil bei den Werberelevanten im Vergleich zum Auftakt fast.

Wie schon am Sonntag ließ RTL auch am Donnerstagabend eine Dokumentation auf die Fiction folgen. «Winnetou - Eine Legende wird zum Leben erweckt» hielt an 22.50 Uhr noch 1,79 Millionen Personen. Das Making-Of zum Mehrteiler verzeichnete damit 8,9 Prozent des Gesamtpublikums und nur 10,3 Prozent der Werberelevanten.
© AGF in Zusammenarbeit mit der GfK/TV Scope/media control. Zuschauer ab 3 Jahren und 14-49 Jahre (Vorläufige Daten), BRD gesamt/ Fernsehpanel D+EU Millionen und Marktanteile in %.
30.12.2016 08:43 Uhr Kurz-URL: qmde.de/90279
Timo Nöthling

super
schade

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Tags

Der letzte Kampf Eine Legende wird zum Leben erweckt Winnetou Winnetou: Der letzte Kampf

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Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
Gnutzhasi
30.12.2016 09:21 Uhr 1
RTL sollte trotzdem dankbar sein. Hätte man im Vorfeld die Originale gesendet, dann wären sie komplett abgeschmiert! AUCH bei der Zielgruppe!
Burpie
30.12.2016 19:11 Uhr 2
Der dritte Teil war leider wenig besser als der zweite. Ich verstehe, dass man sich für die Figuren und Szenen Zeit nehmen wollte, aber hier war teilweise echter Leerlauf. Trotzdem fand ich den Versuch der Wiederbelebung des Werkes Karl Mays nicht unbedingt schlecht, aber vllt. wollte man zuviel. Und der Schatten der Originale ist schon groß. Vllt. sollte man aber auch anerkennen, dass man in diesem Unterfangen vielen Fans aus der Nachkriegsgeneration (1950+) und deren Kinder (1968+) entgegen getreten ist. Wie schon zum ersten Teil, fand ich die historische Annährung der RTL-Produktion insgesamt besser, als der romantische Cowboy-und-Indianer-Kitsch der 1960er Jahre. Experiment gelungen? Wahrscheinlich nicht, aber die Karl-May-Fans müssen auch zugeben, dass die Ausstrahlungen mit Pierre Brice und Konsorten beiweitem nicht mehr die Strassenfeger wie damals sind. Und in möglicherweise 20 Jahren wird es vielen Zuschauern so gehen, wie dem Darsteller des Winnetou heute - niemand kennt Karl May (in Kroatien)...
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