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Die Kritiker: «Stubbe – Von Fall zu Fall: Gegen den Strom»

Inhalt
Hauptkommissar Stubbe und Kollege Zimmermann lassen einen lang gehegten Traum Wirklichkeit werden: Sie nehmen sich gemeinsam ein paar Tage frei und fahren nach Dresden, Stubbes geliebte Heimatstadt.

Stubbes obligatorischer Besuch in seinem ehemaligen Kommissariat versetzt der Reiseeuphorie jedoch einen schnellen Dämpfer. Nichts ist mehr wie es war. Statt von ehemaligen Kollegen mit offenen Armen empfangen zu werden, trifft er auf ihm völlig unbekannte Gesichter eines jungdynamischen Polizeiapparats. Einzig Günther Jänisch, letzter verbliebener Vertrauter aus alten Tagen, zählt in einem kleinen Büro am Ende des Flures resigniert die Tage bis zu seiner Pensionierung.

Von ihm erfährt Stubbe, dass sein ehemaliger Chef und Mentor, Gerd Pionkowski, vor kurzer Zeit Selbstmord begangen hat. Stubbe kann das nicht glauben und stellt, sehr zum Missfallen Zimmermanns, der eine akribisch geplante Besichtigungstour für Dresden ausgearbeitet hat, Ermittlungen an. Tatsächlich stößt er bald auf Spuren, die einen Mord vermuten lassen, die ihn aber auch mit einem für ihn unrühmlichen Kapitel seiner beruflichen Vergangenheit konfrontieren.

Darsteller
Wolfgang Stumph («30 Tage Angst») ist Wilfried Stubbe
Stephanie Stumph («Baby frei Haus») ist Christiane Stubbe
Margret Homeyer («Die Blücherbande») ist Charlotte Hoyn
Lutz Mackensy («Der Beste») ist Bernd Zimmermann
Krystian Martinek («Dora Heldt: Urlaub mit Papa») ist Johannes Vogelsang
Katharina Burowa ist Svetlana
Carolin Spiess («Man liebt sich immer zweimal») ist Frau Wiesenweiss
Matthias Henkel («SOKO Leipzig - Ein neues Leben») ist Dr. Lothar Berger
Michael Silbereisen («Ein Teil von mir») ist Patrick Zühlke
Werner Lustig («Jerry Cotton») ist Gerd Pionkowski
Wanja Mues («Polizeiruf 110 - Endspiel») ist Helge
Ralph Misske («Woran dein Herz hängt») ist Manfred Freidel
Claudia Brosch («Alisa - Folge deinem Herzen») ist Sinaida Schulz
Jacqueline Kähler («Neues aus Büttenwarder - Die Glückspielhölle») ist Adriane Pawelczik
Peter Prager («Das Duo») ist Günther Jänisch

Kritik
Gemeinsam mit Wolfgang Stumph alias Wilfried Stubbe begibt sich der Zuschauer in eine Art Zeitreise zurück in die Dresdner Vergangenheit des Kommissars. Es geht um einen Mordfall, der eigentlich schon vor 20 Jahren abgeschlossen wurde. Durch die aktuellen tragischen Ereignisse um den vermeintlichen Selbstmord seines alten Chefs am Dresdner Kommissariat wird Stubbe jedoch hellhörig und ermittelt auf eigene Faust. Neben der Aufarbeitung des alten Falles ist es aber ebenso eine Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit. Dies geschieht aber eher beiläufig und ist keine generelle Abrechnung mit dem damaligen Regime. Es wird von deutsch-deutschen Beziehungen gesprochen und Stubbe selbst wird hin und wieder richtig sentimental ob seiner Kehrtwende in Richtung Hamburg. Das ist dann aber schon alles, was diesen Fall von denen unterscheidet, die sich ansonsten hinter dem Label «Stubbe – Von Fall zu Fall» verbergen.

Die Kriminalgeschichte ist solide geschrieben, bietet jedoch für dieses Genre kaum Spannungsmomente. Das der Funke nicht überspringen will liegt keinesfalls an den gewohnt guten Darstellern. Es ist vielmehr die viel zu behäbig geratene Inszenierung, in der die Dynamik fast völlig flöten geht. Da hilft es dann auch wenig, dass über den gesamten Film hinweg eine Bilderflut an schönen Plätzen der Dresdner Innenstadt auf den Zuschauer hereinprasselt. Als Tourismusfilmchen wäre «Gegen den Strom» allemal geeignet, als Samstagabend Krimiunterhaltung ist Krimispezialist Oren Schmuckler («SOKO Leipzig», «SOKO Wismar») jedoch weit am Ziel vorbei geschossen. Schade auch, dass der Nebenplot um Tochter Christiane Stubbe so belanglos und ärgerlich ist und der Entwicklung ihrer Figur nicht im Geringsten weiter hilft.

In der Reihe der drei zuletzt ausgestrahlten neuen Stubbe-Verfilmungen ist «Gegen den Strom» vom Ansatzpunkt zwar der ambitionierteste von allen dreien, von der Umsetzung her muss man ihn aber schlicht weg als schwächsten und enttäuschendsten Film deklarieren. Somit bleibt dieser Film einzig und alleine denen empfohlen, für die die «Stubbe»-Reihe ohnehin ein Pflichtprogramm ist. Sie bekommen das, was sie erwarten: leichte Unterhaltung mit einer Prise Nachdenklichkeit und netter bildtechnischer Inszenierung aber ohne jegliche Innovation oder irgendeinen Mehrwert. Alle anderen Zuschauer sollten sich lieber spannenderen Beschäftigungen widmen.

Das ZDF zeigt «Stubbe – Von Fall zu Fall: Gegen den Strom» am Samstag, den 16. Januar 2010, um 20:15 Uhr.
15.01.2010 13:13 Uhr Kurz-URL: qmde.de/39616
Torben Gebhardt

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Tags

Stubbe

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