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Serienlexikon: «Das A-Team»

Ein cooler Wagen, vier Ex-Soldaten und zentnerschwere Goldketten sorgten in den 80er Jahren in den USA für fantastische Quoten. Letztendlich scheiterte die Serie jedoch an der mangelnden Abwechslung bei den Drehbüchern.

„Vor einigen Jahren wurden vier Männer einer militärischen Spezialeinheit wegen eines Verbrechens verurteilt, das sie nicht begangen hatten. Sie brachen aus dem Gefängnis aus und tauchten in Los Angeles unter. Seitdem werden sie von der Militärpolizei gejagt, aber sie helfen anderen, die in Not sind. Sie wollen nicht so ganz ernst genommen werden, aber ihre Gegner müssen sie ernstnehmen. Also wenn Sie mal ein Problem haben und nicht mehr weiter wissen, suchen Sie doch das A-Team!“

Mit diesen Worten begannen die meisten Episode der US-Serie «Das A-Team», die nicht nur in ihrem Heimatland USA, sondern auch bei uns äußerst erfolgreich war. Im Mittelpunkt des Formates standen jene vier unschuldig verfolgte Männer, die in Not geratenden Menschen halfen

Angeführt wurde das Team von Colonel John „Hannibal“ Smith, der vom 1994 verstorbenen Amerikaner George Peppard (u.a. «Frühstück bei Tiffany's») verkörpert wurde. Der Kopf der Bande tüftelte stets die tollkühnen Pläne aus, die letztendlich bei der Überführung der Schurken oder der Flucht des Teams halfen. Wann immer eines seiner Vorhaben erfolgreich lief, kommentierte er dies mit seinen legendären Worten: "Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert." Hannibal war zudem der Kontaktmann zu potentiellen Auftraggebern. Da er und seine Kollegen jedoch gejagt wurden, erfolgte das erste Treffen stets in Verkleidung. Im Laufe der Serie war er daher vom alten Mann bis zum Monster Godzilla in den aberwitzigsten Kostümen zu sehen.

An seiner Seite kämpfte Lieutenant Templeton Peck, der wegen seiner Wandlungsfähigkeit den Beinamen "Faceman" trug. Der Frauenheld war für die Beschaffung der Ausrüstung zuständig, die er stets auf seine charmante Art und Weise ergaunerte. Im Pilotfilm spielte die Rolle noch Tim Dunigan. Da dieser jedoch nicht besonders gut ankam, übernahm seine Aufgabe in den regulären Folgen der smarten Amerikaner Dirk Benedict, den Serienerfinder Frank Lupo in seiner damaligen Funktion als Drehbuchautor am Set der Science-Fiction-Serie «Kampfstern Galactica» kennen lernte. Benedict spielte dort den leichtlebigen Lieutenant Starbuck.

Sergeant Bosco „B. A.“ Baracus war das optisch beeindruckteste Mitglied der Spezialeinheit. Seinem Beiname „Bad Attitude“ wurde der grimmige Sergeant nicht immer gerecht. Vor allem immer dann, wenn er in ein Flugzeug steigen sollte, da er unter notorischer Flugangst litt. Nur mit List, Tücke und Betäubungsmitteln gelang es seinen Kollegen ihn in ein Flugzeug zu befördern. Der mit Goldketten behängte Muskelberg mit Irokesenhaarschnitt wurde vom ehemaligen Leibwächter Mr. T dargestellt, der vor allem für seinen Auftritt im dritten Teil von «Rocky» weltbekannt wurde.

Nicht nur aufgrund dieser panischen Angst vorm Fliegen, stritt er sich häufig mit dem vierten Mitglied. Der geisteskranke Pilot Captain H. M. „Howling Mad“ Murdock komplettierte das titelgebende A-Team. Aufgrund seiner Krankheit lebte er in einer Nervenklinik, aus der er zu Beginn der meisten Folgen zunächst befreit werden musste.

Gejagt wurde das A-Team von wechselnden Vertretern der Militärpolizei. Nach Colonel Lynch folgte ab der dritten Staffel der härtere Colonel Decker. Ab der vierten Season wurde dieser durch General Fullbright ersetzt.

Mit seinem roten Streifen, Heckspoiler und Breitreifen wurde der schwarze GMC-Van jedoch schnell zum heimliche Star der Serie. Im Laufe der Dreharbeiten wurden mehrere Versionen in diversen Stunts des Autos zerstört. Allerdings behielt die Crew stets zwei Exemplare für ungefährliche Nahaufnahmen.

Die erste Episode der Actionserie lief am 23. Januar 1983 über den amerikanischen Bildschirm des Senders NBC. Der zweiteilige Pilotfilm sowie die erste reguläre Ausgabe wurden am Sonntagabend gezeigt, bevor das Format auf seinen Sendeplatz am Dienstagabend wanderte. Die Show wurde sofort zu einer der beliebtesten Serien dieser Zeit. Bereits in der nur 14 Folgen umfassenden ersten Staffel schalteten im Schnitt rund 17 Millionen Zuschauer ein. Die zweite Staffel steigerte diesen Wert sogar auf über 20 Millionen. Damit war sie nach «Dallas» und «Simon & Simon» die erfolgreichste Serie in den USA. Dieser Erfolg setzte sich auch im dritten Jahr mit rund 19 Millionen Fans fort. Erst in der vierten Staffel begannen die Quoten zu bröckeln.

Der Grund lag vor allem in den ewig gleichen Abläufen der Episoden. Nach einer kurzen Vorstellung der aktuellen Opfer, folgte die skurrile Kontaktaufnahme mit dem kostümierten Hannibal. Dann musste Murdock aus dem Krankenhaus befreit werden, bevor die eigentlich Arbeit an dem Auftrag beginnen konnte. Dabei dreht es sich fast ausschließlich um einfache Menschen, die von einer Bande Krimineller unterdrückt wurden. Das A-Team provozierte diese in einem ersten Aufeinandertreffen, sodass sich die Story zu einem Showdown entwickeln konnte. Im Laufe einer Episode musste zudem immer etwas in bester «MacGuyver»-Manier gebaut und konstruiert werden.

Zudem wurde das Team in fast jeder Ausgabe gefangen genommen und in einen Schuppen oder eine Lagerhalle gesperrt, in der sich bereits die nötigen Zutaten für ihren Ausbruch befanden. Sogar die Autostunts waren immer die gleichen. Die Verfolger wurden stets unschädlich gemacht, indem mindestens ein Auto einen seitlichen Überschlag machte und auf dem Dach landet. Etwas befremdlich wirkte obendrei, dass obwohl die Protagonisten unentwegt mit Maschinenpistolen schossen, kaum jemand in der Serie verletzt oder gar getötet wurde.

Erst gegen Ende der Serie änderten die Macher das Konzept. Sie ließen das A-Team von der Militärpolizei fangen. General Stockwell wurde dadurch zum neuen Auftraggeber und gab den ehemaligen Soldanten auf diese Weise die Chance, ihre Namen rein zu waschen. Zur Verstärkung stieß der Special-Effects-Experte Frankie Santana als neues Mitglied zum Team hinzu.

Der Sender verlegte die Produktion aufgrund des Abwärtstrends auf den ungeliebten Sendeplatz am Freitagabend, wo sie mit dem veränderten Konzept ihre Zuschauer finden sollte. Dies gelang überhaupt nicht mehr, sodass die Serie nicht mal mehr 10 Millionen Zuschauer hatte, was dazu führte, dass sie nach 13 Ausgaben der fünften Staffel eingestellte wurde. Insgesamt entstanden 98 Folgen.

In Deutschland wurde die Sendung erstmals am 12. März 1987 im Regionalprogramm der ARD gesendet. Allerdings zeigte der öffentlich-rechtliche Sender zunächst nur 26 ausgewählte und besonders harmlose Folgen. RTLplus übernahm ab Mai 1990 die Ausstrahlung und zeigte alle Ausgaben inklusive der Pilotfolge in Spielfilmlänge zunächst am Freitag und dann am Montag im Vorabendprogramm. Ab 1992 wanderte sie auf Sendeplätze im Tagesprogramm am Wochenende. Seit 2006 wiederholt RTL II am Samstagvorabend die Serie.

Aufgrund des großen Erfolges in den 80er Jahren und des anhaltenden Kultstatus gab es in der Vergangenheit mehrere Ansätze für ein Remake, die jedoch bisher nie verwirklicht wurden. Lediglich ein Reunion-Special mit dem Titel «Bring Back... The A-Team» mit den noch lebenden Originalstars wurde umgesetzt. Für 2010 kündigte jedoch das Filmstudio 20th Century Fox eine Neuverfilmung als Kinofilm mit Liam Neeson in der Rolle des Hannibal an. Umgesetzt wird der Streifen dann von «Smokin’ Aces»-Regisseur Joe Carnahan und den Produzenten-Brüdern Tony («Top Gun», «Der Staatsfeind Nr.1», «Déja Vu» ) und Ridley Scott («Alien», «Gladiator», «American Gangster»).
07.11.2009 10:17 Uhr Kurz-URL: qmde.de/38317
Christian Richter

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A-Team

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