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Quotencheck: «auf und davon»

Einst war die VOX-Doku Quotenrenner am Nachmittag. Doch dann begannen die Werte zu bröckeln.

Abenteuer Ausland: Die zweite Staffel der VOX-Dokuserie «Auf und davon – Mein Auslandstagebuch» lief nun seit fast einem ganzen Jahr jeden Nachmittag um 16.00, später um 15.00 Uhr Uhr eine Stunde lang. Grund genug, auf die Einschaltquoten und Marktanteile zu werfen, die dieses Format ein Jahr lang über eingebracht hat. Es scheint so, dass das Interesse am Alltag von Teenagern bei Familien im Ausland im Laufe der Zeit nachgelassen hat – sehr viel anders kann man den deutlichen und regelmäßigen Quotenverfall der Sendung nicht erklären. Wir beleuchten die Zahlen ab dem 24. September 2007, also dem Start der zweiten Staffel, bis zum Ende am 12. September 2008.



Das Format startete in der ersten Woche mit sehr guten Werten: Damals erreichte man mit den ersten fünf Folgen durchschnittlich 0,62 Millionen Zuschauer und 5,14 Prozent beim Gesamtpublikum. In der Zielgruppe wurden bei 0,45 Millionen Menschen sehr gute 10,14 Prozent erreicht. Bei den Reichweiten bei den eben genannten 14- bis 49-Jährigen wurde hier schon der höchste Wert des gesamten vergangenen Jahres erreicht. Die dritte Woche der Sendung brachte einige Rekorde mit sich: Am Dienstag, den 9. Oktober, wurde bei den Zuschauern ab 3 Jahren mit 0,61 Millionen Menschen ein Marktanteil von 5,6 Prozent gemessen – Rekord für die Staffel. In der Zielgruppe sollte man mit 11,3 Prozent ähnlich erfolgreich sein, hier folgte aber noch ein besserer Einzelwert am 29. Oktober mit 11,7 Prozent. Die Durchschnittszahlen der dritten Sendewoche vom 08. bis 12. Oktober waren ebenfalls auf höchstem Niveau: Mit 5,16 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum und 10,28 Prozent in der Zielgruppe wurden jeweils Rekordwerte erreicht, die in den folgenden Wochen und Monaten nie mehr übertroffen wurden.

Insgesamt lagen die Wochen-Durchschnittszahlen viermal im zweistelligen Bereich:
Jeweils in den Wochen eins, drei, vier und fünf. Erstmals zu sehen war ein kleiner Abschwung des Erfolgs in Woche sieben: Die fünf Folgen ab dem 05. November erreichten 0,51 Millionen Menschen insgesamt (3,85 Prozent MA) und 0,36 Millionen in der Zielgruppe (8,1 Prozent MA) – das waren allerdings immer noch sehr zufriedenstellende Werte. Erstmals unter 8 Prozent fiel der Wochenmarktanteil in der Zielgruppe Anfang Dezember, als die Folgen 51 bis 55 7,94 Prozent im Mittel erreichten. Die Reichweite bei den Gesamtzuschauern fiel in dieser Woche erstmals unter die halbe Million – 490.000 Zuschauer standen am Ende zu Buche.




Rekordniveau wurde – hauptsächlich bedingt durch den Feiertag – am 01. Januar 2008 erreicht, als die Folge genau 1 Million Zuschauer hatte – der deutlich beste Wert, der je erreicht wurde. Auch die Reichweiten in der Zielgruppe waren mit 0,6 Millionen Menschen die höchsten aller Ausgaben. Dennoch wurden relativ unbeeindruckende Marktanteile von 4,9 bzw. 6,9 Prozent erreicht. Die Gesamtreichweiten in dieser Woche lagen im Durchschnitt bei 0,68 Millionen Zusehern – deutlicher Rekord im gesamten Sendejahr.



In den anschließenden Wochen konnten die Marktanteile auf stabilem Niveau zwischen 8 und 10 Prozent gehalten werden. Erstmals wieder unter 8 Prozent fiel der wöchentliche Marktanteil Anfang März. Und unter die sieben Prozent fiel man erstmals in der vollen Sendewoche vom 21. bis 25. April. Hier wurden am Ende bei 0,26 Millionen Menschen 6,82 Prozent erreicht. Von da an ging es eigentlich steil bergab: Schon zwei Wochen später musste man sich mit nur noch 5,14 Prozent im Durchschnitt zufrieden geben. Beim Gesamtpublikum wurde mit genau 3 Prozent im Durchschnitt ebenfalls ein vorläufiger Negativrekord erreicht. In den nächsten Wochen bis zum Juli schwankten die Marktanteile zwischen 5 und 7 Prozent – man hatte sich also auf durchschnittlichem Niveau erneut stabilisiert. Doch leider sollte es so nicht bleiben.

Am 14. Juli entschied man sich, die Serie um eine Stunde vorzuverlegen und fortan um 15 Uhr zu zeigen. De Rechnung ging gar nicht auf: Nach 7,33 Zielgruppen-Marktanteil in der Vorwoche, erreichte man mit den Folgen 195 bis 199 Mitte Juli nur noch 4,78 Prozent und lag damit erstmals unter der 5-Prozent-Marke. Besonders tragisch die Folge vom 15. Juli: Nur 0,2 Millionen Menschen sahen insgesamt zu (2,1 Prozent MA), bei den Werberelevanten waren es gerade noch 0,13 Millionen (3,5 Prozent MA). In den folgenden drei Wochen erholte man sich allerdings wieder etwas. Das böse Erwachen folgte dann im August, als die Folgen zwischen dem 11. und 15. August nur noch 3,96 Prozent der 14- bis 49-Jährigen im Durchschnitt erreichten. Dies war überhaupt erst das zweite Mal, dass der Wochen-Mittelwert unter 5 Prozent fiel und das erste mal unter 4 Prozent. In der darauffolgenden Woche wurde mit 3,94 Prozent Zielgruppen-Marktanteil der Negativrekord gemessen, denn in den folgenden drei Wochen bis zum 12. September 2008 wurden wieder Werte über den 5 Prozent erreicht.

Insgesamt ist bei den 239 gezeigten Folgen dieser zweiten Staffel ein deutlicher Zuschauerrückgang über das gesamte Sendejahr zu erkennen, der mit einem regelmäßigen Verfall von Marktanteilen einher geht. Alle Ausgaben kamen im Durchschnitt auf 0,45 Millionen Zuschauer und 3,9 Prozent beim Gesamtpublikum und 0,31 Millionen Menschen und 7,4 Prozent Marktanteil bei den Werberelevanten. Diese Werte verschleiern aber etwas den deutlichen Quotenverfall von einer sehr erfolgreichen Nachmittagsdoku hin zum Sorgenkind. Kein Wunder, dass der Sender VOX reagiert hat und seit kurzem die Doku-Soap «Mitbewohner gesucht» auf dem Sendeplatz um 15 Uhr zeigt. Die Freunde von «Auf und davon – Mein Auslandstagebuch» müssen auf diese Sendung allerdings nicht komplett verzichten: Aktuell laufen neue Ausgaben am Sonntag gegen 15 Uhr im Doppelpack. Ob dort das einstige Erfolgsformat wieder zu alter Stärke zurückfindet, wird sich noch zeigen müssen. Eine Rückkehr als werktägliches Programm ist allerdings wenig wahrscheinlich.
17.09.2008 13:40 Uhr Kurz-URL: qmde.de/29821
Jan Schlüter  •  Quelle: VOX

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