Nachdem der Film zunächst aus dem Programm genommen wurde, untersucht das ZDF nun im Dezember die Nachhaltigkeitsversprechen des Kosmetikkonzerns.
Wie ernst meint es der weltgrößte Kosmetikkonzern L’Oréal mit dem Umweltschutz? Dieser Frage geht die Dokumentation
«Greenwashed? L’Oréal: Alles nur Kosmetik?» nach, die das ZDF am Sonntag, den 13. Dezember 2026, um 15.30 Uhr ausstrahlen wird. Der Film von Megan Ehrmann war ursprünglich bereits für einen früheren Sendetermin vorgesehen, wurde vom Mainzer Sender jedoch zunächst aus dem Programm genommen. Nun wird die Ausstrahlung nachgeholt. Bereits ab Freitag, den 11. Dezember, um 8.30 Uhr steht die Dokumentation im Streamingangebot des ZDF bereit.
Im Mittelpunkt steht Umweltreporter Sherif Rizkallah, der die Nachhaltigkeitsversprechen des französischen Konzerns überprüft. L’Oréal ist nicht nur mit seiner gleichnamigen Marke auf dem Kosmetikmarkt vertreten, sondern vereint zahlreiche bekannte Namen unter seinem Dach. Dazu gehören unter anderem Garnier, Maybelline und Essie sowie die Kosmetiklinien von Lancôme, Yves Saint Laurent, Giorgio Armani, Prada und Valentino. Unter dem Motto «L’Oréal for the Future» hat sich das Unternehmen umfangreiche Nachhaltigkeitsziele bis zum Jahr 2030 gesetzt. Dabei geht es unter anderem um Klimaschutz, den Erhalt natürlicher Ressourcen, Kreislaufwirtschaft und die Stärkung von Frauen.
Die Dokumentation untersucht, wie weit L’Oréal bei der Umsetzung dieser Vorhaben tatsächlich gekommen ist. Während der Konzern beim Einsatz erneuerbarer Energien an eigenen Standorten nach den vorliegenden Unternehmensangaben bereits weit fortgeschritten ist, bestehen in anderen Bereichen weiterhin erhebliche Herausforderungen. Dazu gehört insbesondere das Recycling von Wasser. Auch bei der Verringerung der Emissionen entlang der Lieferkette bleibt offen, wie die selbst gesteckten Ziele erreicht werden sollen. L’Oréal bezeichnet diesen Bereich selbst als eine der größten Herausforderungen bei der Reduzierung seines ökologischen Fußabdrucks.
Rizkallah beschäftigt sich außerdem mit den sozialen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit. So untersucht er, unter welchen Bedingungen Frauen das für zahlreiche Kosmetikprodukte verwendete Arganöl gewinnen und ob die vom Konzern beworbenen Maßnahmen zur Stärkung von Frauen tatsächlich bei den Betroffenen ankommen. Darüber hinaus lässt die Dokumentation prüfen, ob sich die versprochene Verringerung von neu produziertem Kunststoff in Verpackungen auch im Labor nachweisen lässt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die sogenannte Waterloop-Technologie, mit der L’Oréal Wasserverbrauch und Abwasserbelastung reduzieren möchte. Der Reporter fragt, weshalb deren Einführung offenbar langsamer vorankommt als vorgesehen.
Ergänzt werden die Recherchen durch die Einschätzung eines international anerkannten Experten für unternehmerische Nachhaltigkeit. Dabei soll geklärt werden, ob L’Oréal innerhalb der Kosmetikbranche tatsächlich eine Vorreiterrolle einnimmt oder ob die öffentlichkeitswirksamen Umweltversprechen stärker vom Marketing als von konkreten Fortschritten geprägt sind.
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel