Janosch ist tot: Seine Tigerente prägte auch das deutsche Fernsehen
Der Schöpfer von Tiger, Bär und Tigerente starb mit 95 Jahren. Seine Figuren wurden auch zu Stars im Fernsehen und Kino.
Generationen von Kindern sind mit dem kleinen Tiger, dem kleinen Bären und der Tigerente aufgewachsen. Nun ist ihr Schöpfer gestorben: Der Schriftsteller und Illustrator Janosch, mit bürgerlichem Namen Horst Eckert, starb am Dienstag, den 3. November 2026, im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa. Janosch wurde am 11. März 1931 im oberschlesischen Hindenburg geboren, dem heutigen Zabrze in Polen. Seine Geschichten handelten häufig von Freundschaft, Geborgenheit, Selbstständigkeit und der Suche nach dem Glück. Besonders bekannt wurde das 1978 veröffentlichte Kinderbuch „Oh, wie schön ist Panama“, in dem der kleine Tiger und der kleine Bär aufbrechen, um ein vermeintliches Paradies zu finden. Am Ende entdecken sie, dass das ersehnte Glück längst in ihrer Heimat auf sie wartet. Die Geschichte entwickelte sich zu einem Klassiker und wurde mehrfach für andere Medien adaptiert.
Eine besondere Bedeutung für die Fernsehgeschichte hatte die Zeichentrickreihe «Janoschs Traumstunde», die in den 1980er-Jahren entstand. Die Produktion brachte zahlreiche Geschichten des Autors auf den Bildschirm und machte seine Figuren auch bei Kindern bekannt, die seine Bücher noch nicht selbst lesen konnten. Zu den verfilmten Erzählungen gehörten «Post für den Tiger», «Komm, wir finden einen Schatz», «Ich mach' dich gesund, sagte der Bär» und «Oh, wie schön ist Panama». Die liebevoll gestalteten Zeichentrickfilme bewahrten den eigenwilligen Humor und die verspielte Erzählweise der literarischen Vorlagen.
Noch nachhaltiger wirkte sich Janoschs Schaffen auf die Kinderprogramme der öffentlich-rechtlichen Sender aus. Die Tigerente wurde zu einer der bekanntesten Figuren des deutschen Kinderfernsehens. Der «Tigerenten Club», der 1996 im Ersten startete, übernahm die von Janosch geschaffene Figur als Namensgeberin und Markenzeichen. Die Sendung entwickelte sich zu einer festen Größe im Kinderprogramm und verband Spiele, Wissensvermittlung, prominente Gäste und Unterhaltung. Damit wurde die Tigerente auch unabhängig von den ursprünglichen Büchern zu einer eigenständigen Fernsehmarke.
Auch auf der Kinoleinwand fanden Janoschs Geschichten ein Publikum. Im September 2006 kam der Animationsfilm «Oh, wie schön ist Panama» in die deutschen Kinos. Regisseur Martin Otevřel erzählte die Reise von Tiger und Bär in einer erweiterten Fassung, die zusätzliche Figuren und Abenteuer enthielt. Für die deutsche Synchronfassung wurden unter anderem Til Schweiger, Dietmar Bär und Anke Engelke verpflichtet. Der Film griff die zentrale Botschaft des Buches auf, dass die Suche nach dem Glück häufig wieder zum eigenen Zuhause führt.
Weitere Kinoadaptionen folgten mit «Die Tigerentenbande – Der Film» und «Janosch – Komm, wir finden einen Schatz!». Die Produktionen zeigten, wie sich das Figurenuniversum des Zeichners auch für längere Animationsgeschichten nutzen ließ. Während die frühen Fernsehverfilmungen stark auf die Atmosphäre der Bücher setzten, wurden die späteren Kinofilme stärker als klassische Abenteuer für ein junges Familienpublikum angelegt.
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