Mit AI Discover will der Streamingdienst die Suche nach passenden Filmen und Serien erleichtern. Zunächst startet die Funktion in den USA.
Netflix setzt bei der Suche nach neuen Filmen und Serien künftig noch stärker auf künstliche Intelligenz. Am Dienstag, den 3. November 2026, startet der Streamingdienst mit „AI Discover“ eine neue Empfehlungsfunktion, die zunächst auf ausgewählten Smart-TVs in den USA getestet wird. Das Angebot richtet sich vorerst an Abonnenten, die Netflix in englischer Sprache nutzen. In den kommenden Wochen soll die Funktion für weitere Kunden und Regionen freigeschaltet werden. Ob und wann „AI Discover“ auch in Deutschland verfügbar sein wird, ist bislang nicht bekannt.
Die neue Funktion soll Nutzern helfen, schneller passende Inhalte zu finden. Anders als bei der klassischen Netflix-Startseite können Zuschauer dabei zunächst aus verschiedenen Themenbereichen und Stimmungen auswählen. Zur Auswahl stehen beispielsweise „Something Light“ für leichte Unterhaltung, „Scare Me“ für gruselige Inhalte oder „Family Movie Night“ für einen gemeinsamen Filmabend. Auch Kategorien wie „Quick Watches“, „Workplace Comedy Favorites“ oder „Royal Court Intrigue“ werden angeboten. Die Vorschläge entstehen laut Netflix in Echtzeit und berücksichtigen neben den bisherigen Sehgewohnheiten auch persönliche Vorlieben sowie aktuelle Trends auf der Plattform.
Auf unterstützten Fernsehern erscheint dafür ein zusätzlicher Menüpunkt namens „Discover“, der mit einem roten, rautenförmigen Symbol und dem Hinweis „New“ gekennzeichnet ist. Nach der Auswahl eines Themenbereichs präsentiert Netflix passende Filme und Serien. Anschließend können die Nutzer ihre Suche weiter eingrenzen oder sich über die Schaltfläche „Something Different“ alternative Vorschläge anzeigen lassen. Direkt bei den empfohlenen Titeln gibt es außerdem die Möglichkeit, die Empfehlungen anzupassen. So können Zuschauer bestimmte Inhalte bevorzugen oder Netflix mitteilen, dass ihnen ein Titel künftig nicht mehr vorgeschlagen werden soll.
Obwohl Netflix die neue Funktion ausdrücklich als KI-Anwendung bewirbt, handelt es sich nicht um einen klassischen Chatbot. Die Nutzer formulieren ihre Wünsche zunächst nicht frei in einem Gespräch, sondern navigieren durch vorgegebene Themen und Auswahlmöglichkeiten. Kinderprofile bleiben von „AI Discover“ ausgeschlossen. Netflix bezeichnet die neue Funktion als eine Art Versuchsküche, in der verschiedene Formen der Inhaltssuche getestet werden sollen. Das Unternehmen möchte anhand des Nutzerverhaltens und direkter Rückmeldungen entscheiden, welche Elemente dauerhaft übernommen oder später in die reguläre Netflix-Oberfläche integriert werden.
Hinter dem Vorstoß stehen auch wirtschaftliche Überlegungen. Nach Angaben des US-Branchenmagazins „Variety“ ist die durchschnittliche Nutzungsdauer pro Abonnent in den vergangenen Quartalen zurückgegangen. Netflix versucht deshalb, die Zuschauer stärker an seine Plattform zu binden und die Zeit zu reduzieren, die sie mit der Suche nach geeigneten Inhalten verbringen. Eine bessere Personalisierung könnte dazu beitragen, dass Abonnenten häufiger neue Produktionen entdecken und insgesamt mehr Zeit mit dem Streamingdienst verbringen.
Der Streamingdienst investiert inzwischen auch abseits der Benutzeroberfläche verstärkt in künstliche Intelligenz. Im Juli teilte Netflix mit, dass bei rund 300 Titeln aus seinem Angebot generative KI im Produktionsprozess eingesetzt worden sei. Darüber hinaus übernahm das Unternehmen für 587 Millionen US-Dollar die von Ben Affleck mitgegründete Firma InterPositive, die KI-Werkzeuge für Film- und Fernsehproduktionen entwickelt.
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