Auch das Werbegeschäft von Amazon läuft mit 19,6 Milliarden US-Dollar sehr gut. Das Unternehmen möchte Milliarden weiter in den KI-Ausbau stecken.
Das Online-Versandhaus Amazon stellte am Donnerstag die Quartalszahlen vor. In den Monaten Juli, August und September 2026 setzte das Unternehmen 201,944 Milliarden US-Dollar um, im Vorjahreszeitraum wurden 180,169 Milliarden US-Dollar eingenommen. Der Gewinn vor Steuern sank von 28,170 auf 26,869 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn reduzierte sich von 21,187 auf 20,685 Milliarden US-Dollar. Allerdings verbesserte sich das operative Ergebnis deutlich von 17,422 auf 28,076 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig investiert Amazon wie die Technologiekonzerne Meta und Alphabet hohe Summen in den Ausbau seiner Rechenzentren und KI-Infrastruktur.
Im dritten Quartal 2025 hatte Amazon einen außerordentlichen Vorsteuergewinn von 9,5 Milliarden US-Dollar aus seiner Beteiligung am KI-Unternehmen Anthropic verbucht. Dieser positive Sondereffekt fehlt im aktuellen Vergleich und ist maßgeblich für den Rückgang des Nettogewinns verantwortlich. Amazon erwartet für das Gesamtjahr 2026 Investitionsausgaben von ungefähr 220 Milliarden US-Dollar. Ein wesentlicher Treiber ist der Ausbau der KI-Infrastruktur, darunter Rechenzentren, Server und die dafür notwendige technische Ausstattung. Die Investitionen haben auch Auswirkungen auf den freien Cashflow, der auf Sicht von zwölf Monaten von positiven 14,8 Milliarden auf minus 42,4 Milliarden US-Dollar zurückging.
Der Verkauf von Produkten stieg im dritten Quartal von 74,058 auf 75,296 Milliarden US-Dollar, die Dienstleistungen verbesserten sich von 106,111 auf 126,648 Milliarden US-Dollar. In Nordamerika erhöhten sich die Amazon-Umsätze von 106,267 auf 112,852 Milliarden US-Dollar, das operative Ergebnis stieg von 4,789 auf 8,723 Milliarden US-Dollar. International legte das Unternehmen von 40,896 auf 43,108 Milliarden US-Dollar zu, der operative Gewinn stieg von 1,199 auf 1,580 Milliarden US-Dollar. Die Cloudsparte AWS wuchs von 33,006 auf 45,984 Milliarden US-Dollar, das operative Ergebnis verbesserte sich von 11,434 auf 17,773 Milliarden US-Dollar.
Mit seinen Abonnementdiensten, zu denen auch Amazon Prime gehört, setzte der Konzern 14,006 Milliarden US-Dollar um, im Vorjahresquartal wurden 12,574 Milliarden US-Dollar eingefahren. Auch das Werbegeschäft, zu dem unter anderem Anzeigen auf der Handelsplattform und bei Prime Video gehören, legte zu: Die Einnahmen stiegen von 17,703 auf 19,637 Milliarden US-Dollar. Allerdings schwächte sich das Wachstum gegenüber den vorherigen Quartalen deutlich ab. Die Fernsehserie «Reacher» erreichte mit ihrer vierten Staffel weltweit 66 Millionen Zuschauer innerhalb der ersten 28 Tage. Die NFL-Übertragungen auf Prime Video kamen in den ersten sechs Spielen auf durchschnittlich 17,7 Millionen Zuschauer. Der Auftakt der zweiten NBA-Saison erreichte in den USA mehr als zwei Millionen Zuschauer und damit mehr als doppelt so viele wie im Durchschnitt der vorherigen Saison. Die Kinofilme von Amazon MGM Studios spielten im bisherigen Jahresverlauf weltweit mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar ein.
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