Netflix beleuchtet Missbrauchsvorwürfe an der Cornell University

Die neue Ausgabe von «Instadocs» beschäftigt sich mit einer Klage gegen die Eliteuniversität und dem Umgang mit sexueller Gewalt auf dem Campus.

Ein Fall an der renommierten Cornell University im US-Bundesstaat New York steht im Mittelpunkt einer neuen Netflix-Dokumentation. Am Donnerstag, 29. Oktober 2026, veröffentlicht der Streamingdienst «Instadocs: Jane Doe v. Cornell». Die Produktion untersucht die Vorwürfe einer ehemaligen Studentin, die angibt, im Oktober 2024 im Verbindungshaus der Studentenverbindung Chi Phi unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden zu sein. Die unter dem Pseudonym Jane Doe auftretende Frau hat Klage erhoben. Der Fall löste Proteste aus und führte zu einer breiteren Diskussion darüber, wie amerikanische Hochschulen mit Anzeigen wegen sexueller Übergriffe umgehen.

Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen nicht nur die Anschuldigungen selbst, sondern auch die institutionellen Verfahren, mit denen Universitäten solche Fälle untersuchen. Dazu gehören die Campuspolizei und die sogenannten Title-IX-Verfahren. Title IX ist ein amerikanisches Bundesgesetz, das Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in staatlich geförderten Bildungsprogrammen untersagt. An vielen Hochschulen bilden entsprechende Verfahren auch die Grundlage für die Untersuchung von Vorwürfen sexueller Belästigung und Gewalt. Die Dokumentation beschäftigt sich mit der Frage, ob diese Strukturen Betroffenen ausreichend Schutz bieten und zugleich die Rechte aller Beteiligten gewährleisten.

Für den Film kommen mehrere Personen zu Wort, die den Fall begleitet haben oder sich beruflich mit dem Umgang mit sexueller Gewalt beschäftigen. Dazu gehören Sophia Dasser, Chefredakteurin der Studentenzeitung „The Cornell Daily Sun“, und die leitende Redakteurin Cereese Qusba. Auch die Gouverneurin des Bundesstaates New York, Kathy Hochul, wurde interviewt. Weitere Gesprächspartner sind Amanda Walsh, stellvertretende Direktorin des Victims Rights Law Center und ehemalige Title-IX-Koordinatorin an der Brown University, sowie Thomas Giuffra, der Rechtsanwalt der Klägerin. Ergänzt werden die Interviews durch Aussagen eines ehemaligen Präsidenten einer Studentenverbindung an Cornell und einer Person, die selbst ein Title-IX-Verfahren an der Universität durchlaufen hat.

«Instadocs» ist eine Dokumentationsreihe von Netflix, die aktuelle gesellschaftliche und juristische Entwicklungen möglichst zeitnah aufgreift. Anders als langfristig angelegte Dokumentarproduktionen entstehen die Filme in vergleichsweise kurzer Zeit und beschäftigen sich mit Ereignissen, deren öffentliche und rechtliche Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen ist. Produziert wurde «Instadocs: Jane Doe v. Cornell» von Words + Pictures. Als Executive Producer fungieren Josh Tyrangiel, Connor Schell, Steve Yaccino, Libby Geist, Aaron Cohen und Alexa Conway. Steve Yaccino übernimmt zugleich die Funktion des Showrunners, während Max Gershberg als Co-Executive Producer beteiligt ist. Die Produktionsaufsicht liegt bei Amel Guettatfi und Rakhee Jethwa.

29.10.2026 00:56 Uhr Kurz-URL: qmde.de/176986
Fabian Riedner

super
schade


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• Instadocs: Jane Doe v. Cornell • Instadocs

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