Das November-Programm der ARD Mediathek reicht von lebensgefährlichen Social-Media-Trends über Bodybuilding und pathologisches Horten bis zu Künstlicher Intelligenz.
Riskante Trends und ihre Folgen ziehen sich durch mehrere neue Dokumentationen, die die ARD im November veröffentlicht. Allein das
«Y-Kollektiv» steuert vier neue Reportagen bei. Den Anfang macht am 4. November „Y-History: Bodybuilding – Forever Strong“. MDR-Reporterin Marie Landes geht der Frage nach, wie sich Bodybuilding von einer Sportart zum popkulturellen Massenphänomen entwickeln konnte. Ausgangspunkt ist das Gold’s Gym nahe Venice Beach in Los Angeles, von wo aus Bodybuilding in den 1970er-Jahren seinen internationalen Siegeszug antrat. Eine entscheidende Rolle spielte Arnold Schwarzenegger, der zunächst Titel gewann und später durch Filme wie «Conan der Barbar» endgültig zur Popkultur-Ikone wurde.
Deutlich gefährlicher wird es am 16. November in „Trainsurfer – Tödlicher TikTok-Hype“. Die RBB-Produktion beschäftigt sich mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die auf fahrende S-Bahnen, Regionalzüge und sogar ICEs klettern und ihre Aktionen anschließend bei TikTok, Instagram oder Snapchat veröffentlichen. Die Reportage fragt, weshalb sich junge Menschen für wenige Minuten Adrenalin in Lebensgefahr bringen und welchen Anteil soziale Netzwerke an der wieder wachsenden Szene haben.
Am 23. November folgt „Gefangen im Chaos – wenn Wegwerfen unmöglich wird“. Anne Thiele und Philipp Katzer begleiten Marina, die trotz eines normalen Berufslebens ihre mit Gegenständen überfüllte Wohnung vor ihrem Umfeld verbirgt. Gleichzeitig richtet die MDR-Reportage den Blick auf die Faszination, die entsprechende Aufräumvideos im Internet auslösen. Der 19-jährige Tomas Martens dokumentiert beispielsweise die Räumung eines zugestellten Hauses und erreicht damit Millionen Menschen. Die Autoren wollen herausfinden, was die spektakulären Vorher-Nachher-Aufnahmen über pathologisches Horten ausblenden.
Die vierte neue «Y-Kollektiv»-Reportage erscheint am 30. November. In „Der weiße Tod: Abseits der Piste – zwischen Kick und Katastrophe“ beschäftigt sich Reporter Tim Schreder mit jungen Wintersportlern, die sich ins freie alpine Gelände wagen. Für Schreder ist das Thema auch persönlich, nachdem ein Bekannter bei einem Lawinenunglück ums Leben kam. Die gemeinsame Produktion von WDR und BR untersucht insbesondere, welche Rolle spektakuläre Aufnahmen für Instagram und andere soziale Netzwerke beim Freeriding spielen.
Einen anderen Trend nimmt das WDR-Format
«team.recherche» am 26. November ins Visier. „Peptide – Wundermittel ohne Zulassung?“ beschäftigt sich mit Substanzen, die im Internet unter anderem für Muskelaufbau und jüngere Haut beworben werden. TikTok und Reddit tragen zum Boom bei, während sich auch in Deutschland Menschen entsprechende Mittel spritzen. Die Dokumentation von Franziska Wielandt, Marlene Halser, Ronja Lou Ruland und Jana Heck verfolgt die Vertriebswege bis nach Polen und untersucht zudem die Rolle eines tschechischen Labors, das Reinheitstests anbietet. Thematisiert werden auch mögliche schwere gesundheitliche Komplikationen sowie die Frage, ob die Politik auf den wachsenden Graumarkt reagieren muss.
Bereits ab 18. November widmet sich der BR mit
«KI – Die letzte Erfindung der Menschheit?» einem noch grundsätzlicheren Risiko. Der 75-minütige Film zeichnet die Entwicklung Künstlicher Intelligenz nach und stellt unterschiedliche Einschätzungen ihrer möglichen Gefahren gegenüber. Geoffrey Hinton und Yoshua Bengio gehören inzwischen zu den prominenten Warnern vor den Risiken immer leistungsfähigerer Systeme, während Yann LeCun die Gefahren für beherrschbar hält. Ehemalige Mitarbeiter führender KI-Unternehmen berichten zudem von internen Bedenken, während Forscher demonstrieren, wie Systeme Sicherheitsmechanismen umgehen können.
Der Film beschäftigt sich außerdem mit Eltern, die von schwerwiegenden Auswirkungen von KI-Chatbots auf ihre Kinder berichten, sowie mit Fällen, in denen Nutzer von Sprachmodellen bis an den Rand der Selbstzerstörung oder in den Suizid gedrängt worden sein sollen. Schließlich widmet sich die Dokumentation dem Szenario eines möglichen Kontrollverlusts über immer autonomere Systeme. «KI – Die letzte Erfindung der Menschheit?» läuft am 23. November um 23.35 Uhr zusätzlich im Ersten.
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