Anlässlich der Weltklimakonferenz zeigt ARTE «La Pietà: Requiem für einen Gletscher» und dokumentiert das langsame Verschwinden des isländischen Vatnajökull.
Vom 9. bis 20. November 2026 findet die UN-Klimakonferenz (COP31) im türkischen Antalya statt. Am Samstag, 7. November 2026, zeigt der Sender um 23.30 Uhr erstmals den Dokumentarfilm
«La Pietà: Requiem für einen Gletscher». Die 83-minütige Produktion von Rafa Molés und Pepe Andreu ist bereits ab dem 31. Oktober im Streamingangebot von ARTE verfügbar und bleibt dort bis zum 4. Februar 2027 abrufbar.
Im Zentrum steht der Vatnajökull, der größte Gletscher Islands. Der Film beschreibt einen Eisriesen, der zunehmend an Masse verliert und nach Einschätzung der Filmemacher in rund 150 Jahren verschwunden sein könnte. Statt die Entwicklung ausschließlich über wissenschaftliche Daten zu erzählen, verbinden Molés und Andreu den Wandel der Landschaft mit einer sehr persönlichen Familiengeschichte.
Flosi Björnsson und seine sechs Geschwister lebten einst auf einem abgelegenen Hof unmittelbar am Gletscher. Vier Männer und drei Frauen verbrachten dort ihr Leben, ohne zu heiraten oder eigene Kinder zu bekommen. Jahrzehnte später ist das Anwesen verlassen und verschlossen. Der Fotograf Ragnar Axelsson kennt den Ort aus seiner Kindheit, als er dort regelmäßig seine Sommer verbrachte. Für den Film kehrt er auf den Hof und damit in eine inzwischen verschwundene Lebenswelt zurück.
«La Pietà» setzt dabei stark auf Bilder und Geräusche. Das Knacken, Ächzen und Brechen des Eises wird zum akustischen Begleiter eines langsamen Abschieds. Gleichzeitig richtet der Dokumentarfilm den Blick über Island hinaus. Er zeigt unter anderem Versuche, Gletscher mit weißen Planen vor der Sonneneinstrahlung zu schützen, und stellt den Vatnajökull stellvertretend für den weltweiten Rückgang der Eismassen dar.
Molés und Andreu inszenieren ihre Dokumentation deshalb weniger als klassische wissenschaftliche Bestandsaufnahme denn als filmisches Requiem. Die Geschichte der Geschwister, die Erinnerungen Axelssons und die Veränderungen des Gletschers verschmelzen zu einem Porträt über Vergänglichkeit, Erinnerung und eine Landschaft, deren Erscheinungsbild sich dauerhaft verändert. Die isländisch-litauisch-spanische Koproduktion aus dem Jahr 2025 wurde bereits auf mehreren Dokumentarfilmfestivals gezeigt, darunter in Thessaloniki, bei DocsBarcelona und beim DOK.fest München.
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