Salesch-Woche: Überschaubare Reichweiten, zweistellige Anteile

Nutzen wir den Anlass des Primetime-Specials von Richterin Barbara Salesch, um auch auf die Quoten des Daytime-Slots zu gucken, der aktuell ebenfalls mit neuen Folgen bestückt wird.

Am Mittwochabend (23.09.2026) kehrte Barbara Salesch bei RTL erneut in die Primetime zurück. Um 20.15 Uhr stand mit «Barbara Salesch – Freier Fall in den Tod» das zweite große Primetime-Special der TV-Richterin auf dem Programm. Der zweistündige Fall erreichte insgesamt allerdings nur 1,37 Millionen Zuschauer. Der Marktanteil belief sich auf durchwachsene 6,8 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden lediglich 0,23 Millionen Zuschauer gemessen, was einem Marktanteil von schwachen 7,1 Prozent entsprach - in dieser Kategorie ist sogar von einem Flop zu sprechen.

Unterm Strich lag das neue Salesch-Special deutlich unter dem Niveau des ersten Primetime-Falls aus dem vergangenen Jahr, bei dem noch 2,15 Millionen (9,8 Prozent gesamt) wie 11,4 Prozent (0,46 Millionen 14-49) zusammenkamen. Aber nutzen wir den Anlass noch, um mal auf die Quoten des Daytime-Slots zu gucken, der aktuell ebenfalls mit neuen Folgen bestückt wird:

Zumindest am Montag um 15.00 Uhr zeigte sich für «Barbara Salesch – das Strafgericht» ein für RTL überdurchschnittliches Resultat. Sie holte immerhin beim Gesamtpublikum einen zweistelligen Marktanteil von 10,1 Prozent bei 0,76 Millionen Einschaltenden. Das lag klar über dem geschwächten Gesamt-Schnitt von RTL, jedoch hielt sich die Reichweite im ziemlich überschaubaren Bereich, der ein ganzes Stück unter der Millionen-Schwelle zum Stehen kam. Auch bei den Jüngeren war es eine sehr begrenzte Sehbeteiligung von 0,09 Millionen, die an diesem Tag bereits zu solide zweistelligen 11,3 Prozent langten.

Auch als am Dienstag die nächste neue Ausgabe platziert wurde, hielten sich die Zahlen am Gesamtmarkt mit guten 11,2 Prozent in der Zweistelligkeit - die Gesamtreichweite hielt sich fast exakt beständig auf 0,75 Millionen. Bei den 14-49-Jährigen bildeten sich einstellig gewordene 9,1 Prozent und 0,06 Millionen ab - der Anteil ließ sich damit zwar noch als passabel erachten, die Zuschauerzahl dezimierte sich trotzdem immer weiter.

Zur Wochenmitte zeigte sich eine kleine Abwärtstendenz: Mit Blick auf die Gesamt-Reichweite ging es noch stärker unter die Millionenhürde – 0,70 Millionen wurden gemessen, die zu einem dennoch zweistelligen Anteil von 10,1 Prozent führten. In der jüngeren Gruppe dümpelte man fortlaufend in einem tristen Reichweiten-Bereich rum: 0,06 Millionen Menschen ließen sich bloß erheben, die zumindest noch für annehmbare, aber gesunkene 8,5 Prozent reichten.

Eine fortschreitende Tröpfelbewegung insgesamt dann am Donnerstag: Ein bisschen reduzierte 0,68 Millionen standen noch auf der Uhr, die den Gesamt-Anteil dieses Mal wirklich in die Einstelligkeit von 9,4 Prozent drückten. Eine zaghafte Aufwärtstendenz zeichnete sich bei den Werberelevanten ab, hier ergaben sich wieder zweistellig gewordene 10,0 Prozent aus 0,07 Millionen.

Eine Rückkehr auf die Montags-Leistung brachte schließlich der Freitag zum Wochenabschluss hervor – konkret wieder 0,76 Millionen und 10,9 Prozent waren beobachtbar. In die entgegengesetzte Richtung ging es in der jüngeren Kategorie ob durchwachsener 7,1 anhand leicht verringerter 0,06 Millionen.

Wie schon bei Ulrich Wetzel festgestellt, ist eines auch hier glasklar und längst bekannt: Der ganz große Teil des Salesch-Publikums ist über 50 Jahre alt. Darüber hinaus bleibt festzuhalten, dass die Anteile, die inklusive der Älteren hervorgebracht werden, sich zwar solide in der Zweistelligkeit halten, aber nicht über einen gewissen Aderlass der Reichweiten hinwegtäuschen können.

Auch Salesch hat sich nämlich inzwischen ein ganzes Stück von der Millionen-Schwelle entfernt, die vor einigen Jahren noch möglich war. Dass niedrigere Zuschauerzahlen zu noch überdurchschnittlichen Prozent-Relationen führen, lässt sich vor allem als ein weiteres Indiz fortschreitender Erosionen des linearen TV deuten. Zu Gute halten kann man Salesch wiederum, dass der Raubbau im klassischen Fernsehen andernorts scheinbar noch stärker ins Gewicht fällt.

Noch viel augenfälliger wird dieser Zusammenhang bei den 14-49-Jährigen: Bei ihnen liegt Salesch inzwischen kontinuierlich unter 0,10 Millionen, während man vor drei Jahren zumindest noch 0,20 Millionen überschritt. Trotz dieser argen Limitierung sind zeitweise noch zweistellige Prozentwerte drin, die aber einer gravierenden Volatilität unterliegen - an manchem Datum langen 0,07 Millionen zur Zweistelligkeit, an anderen Sendeterminen nur zu sechs oder sieben Prozent. Zweistellige Marktanteile sollten in diesem Kontext folglich nicht überbewertet werden.
26.09.2026 11:59 Uhr Kurz-URL: qmde.de/175949
Mario Thunert

super
schade


Artikel teilen


Tags

• Barbara Salesch – das Strafgericht • Salesch • Barbara Salesch • Richterin Salesch • Richterin Barbara Salesch • RTL • RTL Barbara Salesch

◄   zurück zur Startseite   ◄
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel

Weitere Neuigkeiten


Qtalk-Forum » zur Desktop-Version

Impressum  |  Datenschutz und Nutzungshinweis  |  Cookie-Einstellungen  |  Newsletter