Das Ende von Jan Böhmermanns Show soll nach Darstellung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ weniger freiwillig sein, als es die offizielle Mitteilung vermuten lässt.
Das angekündigte Ende des
«ZDF Magazin Royale» bekommt eine neue Dimension. Offiziell erklären Jan Böhmermann und das ZDF, dass der Moderator nach mehr als sechs Jahren eine andere Sendung machen möchte. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zeichnet nun jedoch ein deutlich anderes Bild. Nach Informationen der Zeitung aus Senderkreisen habe das ZDF bereits im vergangenen Jahr erwogen, die Sendung zu beenden.
Am Freitag hatte der Mainzer Sender bestätigt, dass das «ZDF Magazin Royale» am 18. Dezember 2026 nach insgesamt 187 Ausgaben in seiner bisherigen Form endet. Böhmermann erklärte lediglich: "Ich möchte noch mal eine andere Sendung machen." Gleichzeitig betont das ZDF, man befinde sich in "guten Gesprächen" über ein mögliches neues Show-Konzept. Programmdirektorin Nadine Bilke würdigte die bisherige Sendung ausdrücklich und erklärte, das ZDF würde sich über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit freuen.
Nach Darstellung von "FAZ"-Medienredakteur Michael Hanfeld steckt hinter dem Ende allerdings mehr. Aus Senderkreisen heiße es demnach, dass bereits 2025 über ein Aus der Sendung nachgedacht worden sei. Damals sei der Vertrag schließlich lediglich um ein weiteres Jahr verlängert worden. Dass die Verlängerung tatsächlich nur ein Jahr umfasste, wird auch von „DWDL“ bestätigt. Gleichzeitig sank die Zahl der regulären Ausgaben in diesem Jahr von zuvor 33 auf 22.
Noch weiter geht die „FAZ“ bei der Interpretation der damaligen Entscheidung. Der ZDF-Spitze habe 2025 nach Darstellung der Zeitung noch der Mut gefehlt, Böhmermann "den Laufpass zu geben". Das ist eine Wertung beziehungsweise Quellenbeschreibung der „FAZ“ und keine vom ZDF bestätigte Darstellung. Der Sender selbst vermittelt weiterhin ein gegenteiliges Bild und spricht von einer möglichen Fortsetzung der Zusammenarbeit. Auch „DWDL“ berichtet, dass ein neues Format möglicherweise erst im Sommer 2027 starten könnte.
Als möglichen zusätzlichen Konflikt nennt die „FAZ“ einen Brief des Berliner Medienanwalts Christian Schertz an ZDF-Intendant Norbert Himmler. Schertz, der Böhmermann früher selbst vertreten hatte, beanstandete dem Bericht zufolge eine Darstellung seiner Person in einer Ausgabe des «ZDF Magazin Royale». Darin war ein kleinwüchsiger Schauspieler als Böhmermanns ehemaliger "Scherzanwalt Dr. Christian Witz" aufgetreten. Nach Darstellung der „FAZ“ kritisierte Schertz gegenüber Himmler, dass dadurch ein körperliches Merkmal zur Erzeugung von Lächerlichkeit eingesetzt worden sei. Er erwäge deshalb eine Programmbeschwerde.
Brisant ist vor allem die von der Zeitung beschriebene zeitliche Überschneidung. Schertz soll Himmler um eine persönliche Antwort innerhalb von 14 Tagen gebeten haben. Diese Frist sei ausgerechnet am Freitag, 18. September, abgelaufen – also an jenem Tag, an dem das ZDF das Ende des «ZDF Magazin Royale» bekanntgab. Einen Beleg dafür, dass der Brief für die Entscheidung ausschlaggebend war, nennt die „FAZ“ allerdings nicht. Auch der Artikel selbst formuliert einen möglichen Zusammenhang lediglich als Vermutung.
Fest steht dagegen, dass die bisherige Sendung endet und eine weitere Zusammenarbeit noch nicht vereinbart ist. Bemerkenswert ist dabei die vorsichtige Wortwahl des ZDF: Der Sender spricht ausdrücklich von "guten Gesprächen" über ein "mögliches" neues Show-Konzept. „DWDL“ zufolge wurden die überwiegend projektbezogen beschäftigten Mitarbeiter am Freitag über das Ende informiert; außerdem wurde eine für Anfang 2027 geplante Tour des Rundfunk-Tanzorchesters Ehrenfeld abgesagt.
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