Artem Demenok untersucht Mechanismen der Inlandspropaganda und zeigt, wie Presse, Fernsehen und soziale Netzwerke Feindbilder schufen, um Zustimmung zu erzielen und Wirklichkeiten zu formen.
Neue Putin-Reportage unter Federführung des RBB: Die Doku
«Putins Propaganda - Wie der Kreml das Volk lenkt» von Artem Demenok nimmt Putins Inlandspropaganda unter die Lupe. Das Erste zeigt den Film am 14. September 2026 um 22.20 Uhr, in der ARD Mediathek ist er dann ebenfalls abrufbar. Der Film arbeitet die These heraus, dass Putins Herrschaft auf einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung basiert, die durch Propaganda erzeugt wird.
Feindbilder und alternative Wirklichkeiten: Der Grundstein für die Kontrolle des Mediensystems wurde bereits im Jahr 2001 gelegt, als der Staatskonzern Gazprom im Auftrag des Kreml den regierungskritischen Privatsender NTW übernahm. Bis zum Jahr 2003 wurden alle großen Fernsehkanäle des Landes konsequent gleichgeschaltet. Die Ermordung der regierungskritischen Journalistin Anna Politkowskaja vor 20 Jahren, im Oktober 2006, markierte einen entscheidenden Wendepunkt. Seit dem Jahr 2000 wurden laut "Reporter ohne Grenzen" in Russland mehr als 40 Medienschaffende aufgrund ihrer Arbeit getötet.
Besonders seit der Annexion der Krim im März 2014 verbreiten die Medien kontinuierlich Feindbilder wie "den kollektiven Westen" oder angebliche "Nazis", um die Loyalität der Bevölkerung zu sichern und politische Gegner zu diskreditieren. Dabei setzt das Regime nicht auf eine starre Ideologie, sondern auf maximale Flexibilität. Auf diese Weise entstehen viele verschiedene, maßgeschneiderte Wirklichkeiten für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen.
Die Doku untersucht die Mechanismen der Inlandspropaganda anhand konkreter Fallgeschichten und zeigt, wie im Laufe der Zeit Presse, Fernsehen und soziale Netzwerke zur Waffe wurden - um Feindbilder zu schaffen, Zustimmung zu erzielen und Wirklichkeiten zu formen. Statt sich nur auf die aktuelle Kriegsmobilisierung zu konzentrieren, erzählt der Film auch die Vorgeschichte: wie ein ganzes Land Schritt für Schritt medial manipuliert und in den Krieg geführt wurde.
Über die Propaganda und ihre Wirkung sprechen fünf prominente russische Stimmen: der Schriftsteller Viktor Schenderowitsch, die Publizistin Anna Narinskaja, die Schauspielerin Tschulpan Chamatowa, der Regisseur Andrej Chrschanowski und der Autor Iwan Filippow. Seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine leben sie alle im Exil.
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