Unter strengster Geheimhaltung förderte die Wismut jahrzehntelang Uran für die Sowjetunion. Eine zweiteilige Dokumentation zeichnet die Folgen für Bergleute und ganze Regionen nach.
Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt im Erzgebirge ein Bergbauprojekt, dessen tatsächlicher Zweck in der DDR lange geheim bleiben soll. Unter dem Namen Wismut wird ab 1947 Uran gefördert, das in die Sowjetunion geliefert wird und für deren Atomprogramm von entscheidender Bedeutung ist. ZDFinfo widmet dieser Geschichte am Samstag, 19. September, ab 21.45 Uhr die zweiteilige Dokumentation
«Tödliches Erbe der DDR – Deutsches Uran für Moskaus Bomben». Bereits ab 5.00 Uhr stehen beide Filme im ZDF-Streaming-Portal bereit. Die beiden Filme stammen von Stephan Heise und Sebastian Scherrer.
„Erz um jeden Preis“ zeichnet zunächst die Anfänge des Projekts nach. Im atomaren Wettrüsten mit den Vereinigten Staaten sucht die Sowjetunion Ende der 1940er-Jahre in Osteuropa nach großen Uranvorkommen und wird unter anderem in alten Silberminen in Sachsen fündig. Zehntausende Arbeiter kommen in die Region, während sowjetische Soldaten die Anlagen bewachen. Für die DDR wird die Wismut trotz ihrer zeitweise enormen Fördermengen zum Verlustgeschäft, da das Uran als Reparationsleistung an die Sowjetunion geht.
Die Arbeit unter Tage ist zugleich mit erheblichen gesundheitlichen Gefahren verbunden. Dennoch machen vergleichsweise hohe Löhne und Privilegien die Beschäftigung für viele Menschen attraktiv. Wie abgeschottet der Betrieb funktioniert, zeigt die Dokumentation auch anhand des Umgangs mit vermeintlicher Spionage: Wer unter Verdacht gerät, muss mit drastischen Konsequenzen rechnen.
Mit „Strahlende Gefahr“ verlagert sich der Blick anschließend verstärkt auf die langfristigen Konsequenzen des Uranabbaus. Die Förderung wird auf Thüringen ausgeweitet, während die dadurch verursachten Umweltschäden in der DDR offiziell kein Thema sein sollen. 1987 gelangen Recherchen des Bürgerrechtlers Michael Beleites über radioaktive Belastungen in den Westen. Daraufhin gerät Beleites ins Visier der Staatssicherheit.
Besonders schwer wiegen die gesundheitlichen Folgen für zahlreiche Bergleute. Unter Tage kommen sie mit radioaktivem Erz, uranhaltigem Staub und Radongas in Kontakt. Die Filme berichten von Staublunge, Gelenkschäden und Lungenkrebs sowie von zahlreichen Todesfällen. Mit dem Ende der DDR wird schließlich auch der Uranabbau eingestellt. Zurück bleiben umfangreiche Altlasten in Sachsen und Thüringen, deren Sanierung Milliarden kostet und die betroffenen Regionen noch lange beschäftigen wird.
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