Bis zum Jahresende sollen 28 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen, während künftig ein größerer Anteil der Einnahmen ins Programm fließen soll.
Der britische Fernsehsender Channel 4 stellt sich organisatorisch neu auf und kündigt einen erheblichen Stellenabbau an. Im Rahmen einer langfristigen Transformationsstrategie sollen bis Ende 2026 rund 340 Arbeitsplätze wegfallen. Das entspricht etwa 28 Prozent der Belegschaft. Für die betroffenen Mitarbeiter soll in Kürze ein formelles Konsultationsverfahren beginnen.
Hinter den Einschnitten steht die Absicht, die Ausgaben außerhalb des eigentlichen Programms deutlich zu reduzieren. Managementebenen sollen abgebaut, Entscheidungswege verkürzt und doppelte Strukturen beseitigt werden. Die dadurch frei werdenden Mittel möchte Channel 4 stärker in britische Inhalte investieren. Der nun vorgestellte Umbau bildet lediglich die erste Phase einer umfassenderen Strategie, deren weitere Bestandteile in den kommenden Monaten bekanntgegeben werden sollen.
Als Gründe nennt der Sender die Veränderungen des Medienmarktes. Das Nutzungsverhalten verschiebe sich weiter in Richtung digitaler Angebote, während zugleich der internationale Wettbewerb zunehme. Hinzu kämen ein schwieriges Konsumklima und ein volatiler Werbemarkt. Zwar habe Channel 4 seine digitalen Erlöse und Reichweiten zuletzt steigern können, dennoch wachse der Druck auf die Budgets für neue Programme.
Priya Dogra, Geschäftsführerin von Channel 4, sagte: „Channel 4 ist ein wertvolles Gut, das im Vereinigten Königreich eine einzigartige Rolle spielt. Wir müssen unsere Zukunft sichern und selbst in die Hand nehmen, damit wir weiterhin Sendungen produzieren können, die andere nicht produzieren, ein Publikum erreichen, das andere nicht erreichen, und als unverwechselbare und bahnbrechende britische Stimme für künftige Generationen bestehen können. Der heutige Tag markiert die erste Phase unserer Umstrukturierung, mit der wir sicherstellen, dass Channel 4 die richtige Form und Größe hat, um seine Zukunftsstrategie umzusetzen und Investitionen gezielt in die Sendungen zu lenken, die das Publikum liebt.
Dogra führt fort: „Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, erfordern eine grundlegende Umgestaltung unserer Arbeitsweise. Ich weiß, dass die Vorschläge, die wir heute bekannt geben, für viele Kollegen sehr schwer zu verkraften sein werden und erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Organisation haben werden. Viele talentierte Menschen, die einen enormen Beitrag zu Channel 4 geleistet haben, werden infolgedessen das Unternehmen verlassen. Diese Entscheidungen wurden nicht leichtfertig getroffen, aber ich bin fest davon überzeugt, dass sie notwendig sind, um einen einfacheren, fokussierteren und nachhaltigeren Channel 4 zu schaffen, der einen größeren Teil seiner Einnahmen in unverwechselbare Inhalte investieren, britische Kreativität fördern und auch langfristig Wirkung für das Publikum erzielen kann.“
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