Die österreichische Schauspielerin und Regisseurin Erni Mangold ist tot. In ihrer mehr als sieben Jahrzehnte langen Karriere war sie in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen.
Die österreichische Schauspielerin Erni Mangold ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Nach Angaben ihres Agenten Klaus Kelterborn sei sie in der Nacht zum Samstag, 5. September, in einem Wiener Seniorenheim eingeschlafen. Mangold gehörte über Jahrzehnte zu den bekanntesten Charakterdarstellerinnen Österreichs und machte sich neben ihrer Arbeit vor der Kamera auch als Theaterregisseurin und Schauspielprofessorin einen Namen.
Mangold wurde am 26. Januar 1927 als Ernestine Goldmann im niederösterreichischen Großweikersdorf geboren. Nach ihrer Ausbildung an der Schauspielschule Krauss begann sie 1946 ihre Bühnenkarriere am Theater in der Josefstadt. Später spielte sie unter Gustaf Gründgens am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Insgesamt stand sie mehr als sieben Jahrzehnte auf der Bühne. Erst 2017 verabschiedete sie sich mit „Harold und Maude“ von der Theaterbühne.
Auch in Film und Fernsehen war Mangold über viele Jahrzehnte präsent. Zu ihren frühen Arbeiten gehörten «Der Engel mit der Posaune» und «Hanussen», später folgten unter anderem «Der Bockerer», «Before Sunrise», «Nordwand», «3096 Tage» und «Der letzte Tanz». Im Fernsehen trat sie in zahlreichen bekannten Reihen und Serien auf, darunter «Tatort», «Kottan ermittelt», «Kommissar Rex», «Der Alte», «Frühling», «Vienna Blood» und «Der Bozen-Krimi». Insgesamt wirkte sie in weit mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen mit.
Über viele Jahre gab Mangold ihr Wissen zudem an den Schauspielnachwuchs weiter. Sie unterrichtete unter anderem am Mozarteum, an der Schauspielschule Krauss und am Max Reinhardt Seminar. Von 1974 bis 1995 lehrte sie an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst, später als ordentliche Professorin. Für ihre Arbeit wurde Mangold vielfach ausgezeichnet. Sie erhielt unter anderem den Nestroy-Theaterpreis, den Österreichischen Filmpreis, den Großen Diagonale-Schauspielpreis und 2022 die Platin-Romy für ihr Lebenswerk. Nach ihrem Tod würdigten Vertreter aus Politik und Kultur Mangold als eine der prägenden Persönlichkeiten des österreichischen Schauspiels.