Die ARD produziert mit „Der falsche Heiler“ erstmals aus der bekannten Audio-Reihe eine Dokuserie. Eine neue «Crime Time»-Staffel kommt ebenfalls.
Die Audio-Reihe
«Seelenfänger» schafft den Sprung ins Fernsehen. Ab Dienstag, 13. Oktober 2026, stellt die ARD Mediathek die zweiteilige Dokuserie „Der falsche Heiler“ bereit. Die jeweils 30-minütigen Folgen des BR basieren auf den Recherchen zur fünften Podcast-Staffel „Diagnose Tod“, die im März 2025 veröffentlicht wurde. Die Podcast-Hosts Emeli Glaser und Dennis Müller führen nun auch durch die TV-Adaption. Im BR Fernsehen ist die Produktion am 19. Oktober um 23:30 Uhr zu sehen.
Inhaltlich beschäftigt sich „Der falsche Heiler“ mit der sogenannten "Germanischen Neuen Medizin". Deren Anhänger verstehen Krebs nicht als Krankheit, sondern als Folge eines seelischen Konflikts und lehnen evidenzbasierte medizinische Behandlungen ab. Die Dokuserie lässt Menschen zu Wort kommen, die Angehörige verloren haben, nachdem diese der Lehre vertraut und auf medizinische Behandlungen verzichtet hatten. Neben Interviews kommen auch nachgestellte Szenen zum Einsatz. Obwohl der Begründer Ryke Geerd Hamer bereits 2017 starb, werden seine Vorstellungen weiterhin insbesondere über das Internet verbreitet. Die Fernsehadaption soll zeigen, wie diese Mechanismen funktionieren und weshalb Menschen in Krisensituationen für falsche Heilsversprechen empfänglich sein können.
Nur wenige Tage später erweitert die ARD Mediathek ihr True-Crime-Angebot um eine neue Staffel von
«Crime Time». Ab 21. Oktober steht die dreiteilige Reihe „Der Fall Josephine R. Eine Familie am Abgrund.“ für zwei Jahre zum Abruf bereit. Das NDR Fernsehen zeigt alle drei jeweils 30-minütigen Folgen am Mittwoch, 28. Oktober, ab 22:50 Uhr am Stück. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau aus Goslar, die ihre Mutter und ihren Stiefvater des jahrelangen sexuellen Missbrauchs beschuldigte. Die Vorwürfe reichten von Gruppenvergewaltigungen und Folter bis hin zu einem angeblichen Mordplan. Die Eltern wurden daraufhin zu hohen Haftstrafen verurteilt.
Die neue «Crime Time»-Staffel beschäftigt sich allerdings vor allem mit den später aufgekommenen Zweifeln an den Anschuldigungen. Ermittler der Kriminalpolizei stellten demnach bereits früh Unstimmigkeiten fest und sahen unter anderem Widersprüche zwischen Chatverläufen und den geschilderten Taten. Ein damals leitender Kripobeamter berichtet in der Dokumentation über die Ermittlungen und seine Zweifel. Später beanstandeten auch Bundesrichter, dass nicht ausreichend geprüft worden sei, ob Josephine R. überhaupt aussagetüchtig gewesen sei. Erstmals sprechen außerdem die Eltern von Josephine R. vor einer Kamera ausführlich über den Fall. Sie berichten von ihren Verhaftungen und insgesamt 684 Tagen Haft sowie von einer Zeit, in der ihren Schilderungen kaum jemand Glauben schenkte. Autorin von «Crime Time: Der Fall Josephine R.» ist Ina Kessebohm. Produziert wurde die neue Staffel von der beetz brothers film production im Auftrag des NDR.
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