Eine neue Dokumentation zeigt, wie H. G. Wells mit seiner Marsinvasion die moderne Science-Fiction begründete und Generationen von Filmemachern beeinflusste.
Marsmenschen, gigantische Kampfmaschinen und eine Menschheit ohne wirksame Verteidigung: Mit
«Der Krieg der Welten» schuf H. G. Wells Bilder, die bis heute das Science-Fiction-Genre prägen. Arte zeigt am Sonntag, 18. Oktober 2026, um 23.50 Uhr die Dokumentation «Der Krieg der Welten – Klassiker der Science-Fiction». Der 53-minütige Film steht bereits online zur Verfügung.
Als Wells seinen Roman 1898 veröffentlichte, standen Wissenschaft, Technologie und industrielle Entwicklung für viele Menschen vor allem für Fortschritt. Der britische Schriftsteller kehrte diese Hoffnung ins Gegenteil um: Seine technisch überlegenen Marsbewohner bringen keine bessere Zukunft, sondern Zerstörung und Tod. Damit warnte Wells früh vor blindem Vertrauen in technische Errungenschaften.
Zugleich lässt sich die Geschichte als Kritik am europäischen Imperialismus lesen. Während die westlichen Mächte weite Teile der Erde unter sich aufgeteilt hatten, machte Wells die britische Bevölkerung selbst zum Opfer einer überlegenen Invasionsmacht. Die Menschen werden von den Angreifern so behandelt, wie die Kolonialmächte zuvor andere Gesellschaften behandelt hatten.
Regisseur Cyril Leuthy verfolgt außerdem die zahlreichen Adaptionen des Stoffes. Orson Welles verband die Geschichte in seinem berühmten Hörspiel mit den Ängsten vor dem Faschismus, Byron Haskins Kinofilm spiegelte den Kalten Krieg und Steven Spielberg erzählte sie vor dem Hintergrund des Terrorismus neu. Spätere Interpretationen griffen zudem den amerikanischen Imperialismus und die drohende ökologische Katastrophe auf. Die französische Dokumentation entstand 2025.
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