«Die Abräumer»: Gemeinsam gegen das drohende Aus

«heute-show»-Gesicht Hans-Joachim Heist spielt in der ZDFneo-Komödie den liebenswerten Eigenbrödler Freddy. Im Interview spricht der Schauspieler auch über seine «heute show»-Arbeit.

Bowling gehört nicht unbedingt zu den Sportarten, die regelmäßig als Ausgangspunkt für einen deutschen Fernsehfilm dienen. ZDFneo versucht es dennoch: Am Mittwoch, 26. August, zeigt der Mainzer Sender um 21.45 Uhr die Komödie «Die Abräumer». Im Mittelpunkt steht Karo, gespielt von Bettina Lamprecht, die eine heruntergekommene Bowlinghalle führt. Einst galt sie selbst als großes Bowlingtalent. Ihre Eltern investierten viel in die Karriere ihrer Tochter und setzten dabei auch die eigene Halle aufs Spiel. Doch beim entscheidenden Wurf versagten Karo die Nerven. Ihre Eltern verloren die Halle und konnten fortan nur noch als Pächter weitermachen. Karo zog daraus eine klare Konsequenz: Sie wollte nie wieder einen Bowlingball anfassen.

Jahre später holt sie die Vergangenheit ein. Der Pachtvertrag läuft aus und der neue Besitzer Wong (Thomas Chaanhing) verlangt innerhalb von acht Wochen 75.000 Euro. Andernfalls ist die Bowlinghalle endgültig verloren. Mitarbeiter Djamal (Mido Kotaini) entdeckt schließlich einen möglichen Ausweg: Beim „Big Battle Bowl“ in Braunschweig gibt es 100.000 Euro zu gewinnen. Karo müsste dafür allerdings genau das tun, was sie sich einst geschworen hatte, niemals wieder zu tun.

Noch dazu benötigt sie eine Mannschaft. Wegen ihrer wenig zugänglichen Art ist die Auswahl überschaubar. Neben Djamal schließen sich die stille Shu Qin (Jing Xiang) und Rentner Freddy dem Team an. Letzteren verkörpert Hans-Joachim Heist, den viele Fernsehzuschauer vor allem als lautstarken Gernot Hassknecht aus der ZDF-«heute-show» kennen. In «Die Abräumer» darf Heist eine ganz andere Seite zeigen. Freddy ist ein liebenswerter Eigenbrötler und Stammgast der Bowlinghalle. „Freddy hat schon bei Karos Vater gemeinsam mit seiner Frau auf Bahn 5 gebowlt, es ist für ihn fast ein Ritual“, erzählt Heist im Quotenmeter-Interview. An der Figur hätten ihn vor allem „seine Menschlichkeit und Empathie“ sowie dessen Prinzipien gereizt.

Dass Freddy ein ausgeprägter Gewohnheitsmensch ist, kann der Schauspieler durchaus nachvollziehen. „Wenn ich zu Hause bin, habe ich immer meine Morgenrituale: Frühstück, Zeitung, E-Mails, Büroarbeit und Termine machen“, sagt Heist. Freddys Motivation, sich Karos wenig aussichtsreicher Mannschaft anzuschließen, ist dabei nicht vollkommen selbstlos. „Weil er Karo mag und weil er aus Eigennutz weiterhin auf Bahn 5 bowlen will“, fasst Heist die Beweggründe seiner Figur zusammen.

Tatsächlich entwickelt sich aus den zunächst wenig erfolgversprechenden Einzelspielern allmählich eine Mannschaft. Mit mehr Glück als Verstand übersteht das Team die Qualifikation. Doch der nächste Rückschlag folgt schnell: Shu Qin entpuppt sich als Tochter von Wong, der für das Turnier selbst eine hochklassige Mannschaft zusammengestellt hat. Karo fühlt sich verraten und benötigt Ersatz. Schließlich stößt Axel (Tristan Seith) zur Gruppe. Er lässt sich auch von Karos harter Schale nicht abschrecken. Nun beginnt ein intensives Trainingsprogramm für das entscheidende Turnier.

Dass hinter den Bowling-Szenen durchaus Arbeit steckte, bestätigt Heist: „Die Produktion hat uns sogar einen Bowlingtrainer zur Seite gestellt.“ Gerade die Kombination verschiedener Genres habe ihn an dem Projekt gereizt. „Sportlicher Ehrgeiz, emotionale Freundschaften und eine Familiengeschichte mit Witz sind die idealen Zutaten für eine erfolgreiche Komödie“, findet der Schauspieler. Regisseur Torsten Wacker habe Freddy dabei als Ruhepol der Gruppe verstanden. „Ich glaube, die Umsetzung ist mir ganz gut gelungen“, sagt Heist.

Für Heist bedeuteten die Dreharbeiten auch ein Wiedersehen mit Bettina Lamprecht. Beide kennen sich bereits seit längerer Zeit. Die Zusammenarbeit im Ensemble beschreibt er als „sehr freundschaftlich und professionell“. Man habe viel Spaß gehabt, und insbesondere mit Lamprecht habe er sich gefreut, „wieder mal zusammen arbeiten zu dürfen“. Dass seine Rolle diesmal wenig mit dem cholerischen Gernot Hassknecht gemeinsam hat, betrachtet der 77-Jährige nicht als außergewöhnlich. „Ich bin Schauspieler und habe auch in anderen TV-Produktionen sehr unterschiedliche Typen gespielt“, betont Heist. Gernot Hassknecht sei schließlich „auch nur eine Rolle“, die er in der «heute-show» spiele – wenngleich sicherlich seine „bekannteste und populärste“.

Hinter der sportlichen Geschichte steckt für Heist ohnehin ein anderes Thema. «Die Abräumer» erzählt von Menschen, die trotz unterschiedlicher Lebensgeschichten zusammenfinden und noch einmal etwas wagen. „Im Leben sollte jeder eine zweite Chance bekommen, egal für was“, sagt Heist. „Es gibt auch im Alter sehr erfolgversprechende Neuanfänge. Wenn irgendwo eine Tür zugeht, geht sicher eine neue Tür auf.“

Deshalb möchte Heist «Die Abräumer» auch nicht als klassischen Sportfilm verstanden wissen. Für ihn ist es in erster Linie eine Komödie, bei der Zusammenhalt im Mittelpunkt steht. „Die Botschaft ist für mich, dass man gemeinsam fast Unmögliches erreichen kann.“ Gerade Freddy verkörpert diesen Gedanken: Für ihn geht es beim „Big Battle Bowl“ nicht allein um ein Preisgeld oder einen sportlichen Erfolg. Mit der Bowlinghalle droht ihm ein Ort verloren zu gehen, der über Jahre Teil seines Lebens geworden ist. Entsprechend fällt auch Heists Wunsch aus, was von seiner Figur nach dem Abspann hängen bleiben soll: „Im Alter sollte man sich nicht in sein Schneckenhaus zurückziehen, sondern gemeinsam mit anderen aktiv sein und Spaß haben!“

Ob Karo, Freddy und ihre Mitstreiter tatsächlich die benötigten 75.000 Euro auftreiben und die Bowlinghalle retten können, zeigt das ZDFneo am Mittwoch, 26. August, um 21.45 Uhr. «Die Abräumer» ist anschließend ein Jahr lang im Streamingangebot des Senders verfügbar.
24.08.2026 12:32 Uhr Kurz-URL: qmde.de/174710
Fabian Riedner

super
schade


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Die Abräumer heute-show

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