Ein neuer ARD-Podcast untersucht, wie Lobbyisten und Unternehmen wissenschaftliche Erkenntnisse gezielt infrage stellen und mit dieser Strategie wirtschaftliche Interessen verfolgen.
Wie wird aus Zweifel ein Geschäftsmodell? Dieser Frage geht die neue fünfteilige Podcast-Reihe
«Reich– Das Geschäft mit dem Zweifel» nach. Seit dem 13. August ist die Produktion in ARD Sounds sowie auf weiteren Podcast-Plattformen verfügbar. Verantwortlich ist das Investigativ-Label Cliff von Journalist Patrick Stegemann im Auftrag der gemeinsamen ARD-Klimaredaktion von MDR, SWR und HR.
Ausgangspunkt der Recherche ist der Sommer 2026. Während in Europa Rekordtemperaturen, Hitzetote und große Brände gemeldet werden, besucht Stegemann eine Konferenz in Sachsen-Anhalt, auf der die menschliche Verantwortung für die Erderwärmung infrage gestellt wird. Von dort aus beginnt die Suche nach den Ursprüngen und Strukturen solcher Zweifel. Die Spur führt das Team unter anderem zu US-amerikanischen Denkfabriken, Lobbyorganisationen und Firmengeflechten. Der Podcast beschäftigt sich mit finanzierten Studien, gezielt gesetzten Narrativen und wirtschaftlichen Interessen, die hinter der öffentlichen Infragestellung wissenschaftlicher Erkenntnisse stehen können.
Eine zentrale Figur der ersten Staffel ist der US-amerikanische PR-Stratege Richard Berman. Nach Darstellung der Produktion arbeitete er zunächst für die Tabakindustrie, später für Alkoholunternehmen und schließlich für die Öl- und Gasbranche. Im Mittelpunkt steht dabei eine Kommunikationsstrategie, die Misstrauen gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen fördert und aus gesichertem Wissen eine scheinbar offene Meinungsfrage macht.
«REICH» zeichnet nach, wie solche Mechanismen über Jahrzehnte hinweg eingesetzt wurden und wie entsprechende Netzwerke international miteinander verbunden sind. Zugleich will die Reihe unterscheiden, was durch Dokumente und Recherchen belegt ist und an welchen Stellen Fragen offenbleiben.
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