Bob Iger und Josh Kushner kaufen die Los Angeles Lakers

Politisch ist die Partnerschaft durchaus pikant: Iger und Disney standen zuletzt erheblich unter Druck der Trump-Regierung.

Die Los Angeles Lakers bekommen offenbar schon wieder neue Eigentümer. Wie „Variety“ berichtet, wollen der frühere Disney-Chef Bob Iger und Thrive-Capital-Gründer Josh Kushner das NBA-Team übernehmen. Die Transaktion bewertet die Lakers demnach mit 12,5 Milliarden US-Dollar. Der Deal muss noch die Due-Diligence-Prüfung von Thrive sowie das Genehmigungsverfahren der NBA durchlaufen.

Bemerkenswert ist vor allem das Tempo des nächsten Eigentümerwechsels. Erst vor 14 Monaten hatte die Familie Buss, die den Verein über Jahrzehnte geprägt hatte, die kontrollierende Beteiligung an Milliardär Mark Walter verkauft. Damals wurden die Lakers mit rund zehn Milliarden US-Dollar bewertet. Mit dem neuen Geschäft würde der Wert innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit noch einmal um 2,5 Milliarden Dollar beziehungsweise 25 Prozent steigen.

Iger und Kushner erklärten gegenüber „Variety“, sie seien als lebenslange NBA-Fans geehrt, künftig Verantwortung für eine der bekanntesten Sportmarken der Welt übernehmen zu können. Man habe großen Respekt vor der Arbeit von Jerry und Jeanie Buss und wolle langfristig auf diesem Fundament aufbauen, sportlich auf höchstem Niveau konkurrieren und dem Team, seinen Fans sowie der Stadt Los Angeles dienen.

Interessant ist dabei auch die Verbindung der beiden Käufer. Iger war bereits Venture Partner bei Kushners Investmentgesellschaft Thrive Capital, bevor er 2022 zu Disney zurückkehrte und erneut den Vorstandsvorsitz übernahm. Nach seinem Abschied von Disney im März 2026 wechselte Iger wiederum in eine beratende Funktion bei Thrive. Das Unternehmen hat zuletzt zehn Milliarden Dollar für neue Fonds eingesammelt und investierte unter anderem in Instagram, Spotify, Patreon, Robinhood, OpenAI und das Filmstudio A24.

Politisch bekommt der Milliardenkauf allerdings eine besondere Note. Josh Kushner ist der jüngere Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn Donald Trumps und langjährigen Trump-Berater. Gerade Igers letzte Jahre an der Spitze von Disney waren dagegen von erheblichen Auseinandersetzungen mit Trump und dessen Umfeld geprägt. Unter Iger leitete die von Trump eingesetzte FCC im März 2025 beispielsweise eine Untersuchung gegen Disney und ABC wegen der Diversity-Programme des Konzerns ein. FCC-Chef Brendan Carr richtete seine entsprechenden Fragen damals ausdrücklich an Iger.

Noch wesentlich heftiger wurde der Konflikt im Herbst 2025 rund um Jimmy Kimmel. Nachdem FCC-Chef Carr regulatorische Konsequenzen wegen Äußerungen Kimmels in Aussicht gestellt hatte, nahm ABC «Jimmy Kimmel Live!» vorübergehend aus dem Programm. Die Entscheidung brachte Disney und Iger massive Kritik ein, weil dem Konzern vorgeworfen wurde, vor politischem Druck aus Washington einzuknicken.
13.08.2026 00:01 Uhr Kurz-URL: qmde.de/174484
Fabian Riedner

super
schade


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Jimmy Kimmel Live!

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