In der ZDF-Komödie «Plötzlich Schwester» spielt Cosima Henman die impulsive Sandy, die das Leben ihrer neu entdeckten Halbschwester gehörig auf den Kopf stellt. Im Interview spricht sie über Chaos mit Herz, die emotionale Tiefe ihrer Figur und verrät, warum die Geschichte bereits eine Fortsetzung bekommt.
Frau Henman, in «Plötzlich Schwester» spielen Sie die chaotische Sandy – was hat Sie an dieser Figur sofort gereizt?
Die Rolle Sandy hätte man auch schnell in Richtung „Chantal“ aus «Fack ju Göhte» anlegen können. Mich hat gereizt, sie anders zu erzählen und einen Weg zu finden, sie trotzdem menschlich zu zeigen - nicht nur als Witzfigur.
Sandy platzt ungefragt in das Leben ihrer neu entdeckten Schwester. Wie haben Sie diesen Mix aus Aufdringlichkeit und Herzlichkeit für sich definiert?
Ich habe mir vorgestellt, wie sich das kleine Kind in Sandy auf einmal wieder in den Vordergrund schiebt, nachdem ihr größter Kindheitstraum eine Schwester zu haben, in Erfüllung geht. Und ich glaube, genau das macht sie auch so liebenswert.
Die Geschichte lebt stark vom Kontrast zwischen Sandy und Sandra. Wie haben Sie diese Dynamik gemeinsam mit Klara Lange entwickelt?
Um ehrlich zu sein, gab es zwischen uns beiden gar nicht so viel zu entwickeln - die Chemie hat einfach gestimmt. Obwohl wir privat doch sehr anders sind als unsere Rollen, durften wir uns innerhalb dieser Figuren genauso kennenlernen, wie Sandy und Sandra es im Film tun.
Ihre Figur bringt mit ihrem „Organisationstalent“ die Hochzeitsvorbereitungen ordentlich durcheinander. Wie viel Spaß macht es, gezielt Chaos zu stiften?
Tja, wann darf man im echten Leben schon mal so viel Chaos stiften wie Sandy? Das ist mit das Beste am Schauspiel: Man bekommt einen Freifahrtschein für die unmöglichsten Dinge!
Hinter der Komödie steckt auch ein ernster Kern – ein Vater mit Doppelleben und zwei Familien. Wie wichtig war es Ihnen, diese emotionale Ebene mitzuspielen?
Mit das Wichtigste! Ich finde, man geht erst dann richtig mit einer Figur mit, wenn sie menschlich wirkt. Und dazu gehört emotionale Tiefe.
Sandy wirkt auf den ersten Blick unkonventionell, vielleicht sogar überfordernd – steckt in ihr trotzdem eine klare Haltung oder Sehnsucht?
Na klar. Auch wenn Sandy immer das Positive im Leben sucht (und meistens auch findet) - trägt sie eine große Sehnsucht in sich. Sie sehnt sich nach dem Familienbild, das ihre Schwester Sandra erleben durfte und nach dem Gefühl, bei ihrem Vater auch einmal an erster Stelle zu stehen.
Mit Andrea Sawatzki und Anita Vulesica stehen zwei starke Figuren als Mütter im Mittelpunkt eines skurrilen „Duells“. Wie haben Sie diese Konstellation am Set erlebt?
Ich habe mich schockverliebt in diese zwei Frauen. Solche großartigen Schauspielerinnen, Kolleginnen und vor allem Frauen! Es war unfassbar lustig, ihnen beim Spielen zuzusehen.
Der Film bewegt sich zwischen Humor, Familienkonflikt und Romantik. Wie schwierig ist es, diese Tonalität als Schauspielerin zu treffen?
Ich selbst hatte das Glück, schon früh mit diesem Filmgenre in Berührung zu kommen. Mir fällt es sehr leicht, genau diese Art von Tonalität zu treffen. Ich würde sagen: jahrelange Übung. 😉
Hochzeiten sind im Film oft Kulisse für große Emotionen und Katastrophen. Was macht dieses Setting für Geschichten so dankbar?
Tja, was Hochzeiten halt so mit sich bringen: ein Fest der Liebe, verbunden mit monatelanger Vorbereitung, großen Erwartungen und unvermeidbaren Chaos. Es gibt kaum ein anderes Fest, das mit so viel Druck verbunden ist. Und wo Druck ist, ist die Katastrophe meistens nicht weit. The perfect setting for a comedy.
«Plötzlich Schwester» erzählt von Familie, die plötzlich entsteht. Was sagt der Film Ihrer Meinung nach über den Begriff Familie heute aus?
Dass Familie nicht immer nur das ist, womit man aufwächst. Manchmal entsteht Familie auch plötzlich, unerwartet und vielleicht erst mal ziemlich chaotisch. Aber genau darin liegt ja auch etwas Schönes. Familie kann sich verändern, erweitern und neu zusammensetzen - und am Ende geht es doch darum, wo man sich gesehen, angenommen und geliebt fühlt.
Sie sind Teil einer Sommerkomödie im ZDF – was macht für Sie eine gute deutsche Komödie im Fernsehen aus?
Dass der Zuschauer nach dem Schauen ein gefülltes Herz und ein Lächeln auf den Lippen hat - und sich hoffentlich ein kleines bisschen leichter fühlt als davor.
Wenn das Publikum nach dem Film sagt: „Diese beiden Schwestern möchte ich weiter begleiten“ – wäre das für Sie der perfekte Ausgang für eine mögliche Fortsetzung?
Absolut! Und: Wir drehen im Sommer bereits die Fortsetzung!
Danke für Ihre Zeit!
«Plötzlich Schwester» ist am Donnerstag, 6. August, um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen. Der Film ist bereits seit 13. Juli in der ZDF-App abrufbar.
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