ZDF setzt kurzfristig «aspekte» zur «Anstalt»-Kontroverse an
Nach der Ausladung von Danger Dan widmet das ZDF dem Fall kurzfristig eine Sonderausgabe von «aspekte» und diskutiert die Grenzen der Kunstfreiheit.
Die Debatte um den ausgeladenen Musiker Danger Dan beschäftigt nun auch das eigene Programm des ZDF. Am Samstag, 18. Juli, nimmt der Mainzer Sender um 23.35 Uhr kurzfristig eine Ausgabe von «aspekte» ins Programm, die sich mit den Hintergründen der Entscheidung auseinandersetzt. Bereits ab 17.00 Uhr ist die Sendung im Streamingportal des ZDF verfügbar.
Im Mittelpunkt steht der abgesagte Auftritt von Danger Dan in der Jubiläumsausgabe von «Die Anstalt». Gemeinsam mit Pianist Igor Levit wollte der Musiker seinen neuen Song „Keine Angst“ präsentieren, der sich mit dem Widerstand gegen Rechtsextremismus befasst. Das ZDF hatte den Beitrag jedoch kurzfristig gestrichen, da der Liedtext nach Einschätzung des Senders als Aufruf zur Gewalt verstanden werden könne und damit gegen die Programmrichtlinien verstoße.
Moderator Jo Schück geht in der «aspekte»-Ausgabe den Hintergründen dieser Entscheidung nach und diskutiert mit Expertinnen und Experten unter anderem die juristische Einordnung des Songs, die Grenzen der Kunstfreiheit sowie die Frage, welche Mittel im Kampf gegen Rechtsextremismus zulässig sind.
Die Kontroverse hatte bereits am Freitag hohe Wellen geschlagen. Danger Dan und Igor Levit kritisierten ihre Ausladung öffentlich als Eingriff in die Kunst- und Meinungsfreiheit. Auch die Redaktion von «Die Anstalt» distanzierte sich ungewöhnlich deutlich von der Entscheidung der ZDF-Geschäftsleitung und erklärte in einem gemeinsamen Statement, man habe es „als öffentlich-rechtliche Pflicht“ angesehen, das Lied zu zeigen und anschließend darüber zu diskutieren. Damit stellt sich die Redaktion öffentlich gegen die Entscheidung des eigenen Senders.
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