Eine neue Dokumentation untersucht, weshalb trotz Wohnungsnot zahlreiche Bürogebäude ungenutzt bleiben.
Mit dem Film „Umbau statt Abriss? Zu viele Büros, zu wenig Wohnraum“ widmet sich die
«ARD Story» am 4. August einem der drängendsten Probleme auf dem deutschen Immobilienmarkt. Autor Hauke Wendler geht dabei der Frage nach, weshalb in vielen Städten Büroflächen leer stehen, während gleichzeitig Millionen Menschen nach bezahlbarem Wohnraum suchen.
Ausgangspunkt der Dokumentation ist die Entwicklung der vergangenen Jahre. Seit der Corona-Pandemie und dem verstärkten Arbeiten im Homeoffice ist die Nachfrage nach Büroflächen deutlich zurückgegangen. In den sieben größten deutschen Städten hat sich der Leerstand laut ARD inzwischen verdreifacht. Gleichzeitig fehlen bundesweit rund 1,4 Millionen Wohnungen. Fachleute aus Architektur und Wirtschaft sehen deshalb großes Potenzial darin, leer stehende Bürogebäude in Wohnraum umzuwandeln.
Der Film zeigt konkrete Beispiele aus Konstanz und Bremen, wo entsprechende Projekte bereits umgesetzt wurden. Neben dem gesellschaftlichen Nutzen verweisen Befürworter auch auf ökologische Vorteile. Der Umbau bestehender Gebäude könne erhebliche Mengen an CO₂ einsparen, die bei Abriss und Neubau entstehen würden. Unterstützung erhält die Idee inzwischen auch aus der Politik. Bundesbauministerin Verena Hubertz fördert entsprechende Vorhaben mit einem neuen Programm im Umfang von 300 Millionen Euro.
Dennoch bleibt die Umnutzung vielerorts die Ausnahme. Die Dokumentation untersucht die wirtschaftlichen und politischen Gründe dafür. Dabei geht es unter anderem um Renditeerwartungen in der Immobilienbranche, steuerliche Anreize und die Frage, warum Marktmechanismen zwischen leer stehenden Büros und fehlendem Wohnraum offenbar nicht funktionieren. Wendler begibt sich dafür auf eine Reise durch Deutschland und beleuchtet, welche Interessen den Wandel des Immobilienmarktes bislang bremsen.
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