Mit der geplanten Übernahme von ITV Media & Entertainment will Sky einen britischen Streaming- und TV-Anbieter schaffen, der den globalen Plattformen stärker Paroli bieten soll.
Sky hat sich mit ITV plc auf die Übernahme von ITV Media & Entertainment geeinigt. Der Kaufpreis beträgt bis zu 1,6 Milliarden Pfund und setzt sich aus 1,2 Milliarden Pfund in bar, der Produktionsfirma Love Productions sowie einer erfolgsabhängigen Zahlung von bis zu 200 Millionen Pfund zusammen. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen und weiterer üblicher Abschlussbedingungen.
Mit dem Zusammenschluss wollen die Unternehmen ihre Position im britischen Medienmarkt stärken. Sky verweist auf den zunehmenden Wettbewerb mit internationalen Streamingdiensten und Plattformen wie YouTube. Gemeinsam erreichen Sky und ITV nach Unternehmensangaben künftig rund 20 Prozent der gesamten Fernsehnutzung in Großbritannien – hinter der BBC, aber noch vor YouTube. ITV erreicht derzeit rund 40 Millionen Menschen pro Woche und zählt monatlich mehr als 16,5 Millionen Nutzer seiner Streamingplattform ITVX.
Für Zuschauer soll sich zunächst wenig ändern. Die ITV-Sender sowie ITVX bleiben frei empfangbar, sämtliche Public-Service-Verpflichtungen einschließlich regionaler Nachrichten werden fortgeführt. Auch bekannte Formate wie «Coronation Street», «Emmerdale», «Love Island», «I'm a Celebrity... Get Me Out of Here!», «This Morning», «Loose Women», «Lorraine» und «News at Ten» sollen unverändert fortgesetzt werden. Darüber hinaus kündigt Sky an, künftig mehr Sport als bisher im frei empfangbaren ITV-Programm zu zeigen. Gleichzeitig sollen ITV News und Sky News ihre redaktionelle Eigenständigkeit behalten.
Ein wichtiger Bestandteil der Vereinbarung ist zudem ein Content-Vertrag mit ITV Studios. Sky verpflichtet sich, über einen Zeitraum von fünf Jahren Programme im Wert von 2,1 Milliarden Pfund von ITV Studios zu beziehen. Dadurch sollen Investitionen in britische Produktionen sowie Arbeitsplätze in der Kreativbranche gesichert werden. Zudem rechnet Sky bis zum Ende des dritten Jahres nach Abschluss der Übernahme mit jährlichen Kosteneinsparungen von rund 200 Millionen Pfund, insbesondere durch Synergien bei Marketing, Technologieplattformen und internationalen Inhalteinkäufen.
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